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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 2)

kräften. 
Bei uns stehen die Dinge heute nicht besser als in Irland vor dem 
Beginne der Vereinsaktion. Auch wir bedürfen eines Vereines von Damen 
und Herren, der eine Anzahl von Aufgaben übernimmt, deren Durchführung 
der Regierung nicht möglich ist; eines Vereines, 
der für die Popularisierung und Wertschätzung der österreichischen 
Spitze sorgt, 
der die Verwendung der minderwertigen Maschinenspitze im Kirchen- 
dienste energisch bekämpft; 
der sich klar ist über die Leistungsfähigkeit der Arbeiterschaft der ver- 
schiedenen Gegenden, 
der die Mittel erkennt und anwendet, durch die das Niveau des Könnens 
der Arbeiter gehoben wird, 
der durch sorgsames Studium der Bedürfnisse des Marktes und darauf 
basierte Massnahmen der Produktion die erforderliche Richtung gibt, 
der den mitunter schweren Druck allzuvieler Mittelmänner nach und 
nach beseitigt und durch Erteilung selbständiger Aufträge die Löhne bessert, 
der es endlich an künstlerischen Impulsen zur Schaffung guter Dessins 
nicht fehlen lässt. 
Dies nur die wichtigsten Aufgaben eines solchen Vereines, denen sich 
noch manche andere anreihen werden. 
Eine derartige Vereinigung imuss, wenn sie richtig geleitet wird, auch 
bei uns jene Erfolge haben, auf die Irland heute hinweisen kann. Von dieser 
Überzeugung geleitet, habe ich vor allem die Anschauung des hohen Mini- 
steriums für Kultus und Unterricht über die Eventualität des Inslebentretens 
eines solchen Vereines eingeholt und darf konstatieren, dass diese Behörde 
ihrer Befriedigung über das geplante Unternehmen und ihrer Geneigtheit 
Ausdruck gegeben hat, dasselbe auf das allerkräftigste zu fördern, indem sie 
in einem solchen Vereine das willkommene Mittelglied zwischen den Fach- 
schulen für Spitzenindustrie und dem Publikum erblickt. . . . Darauf hin 
habe ich die Erlaubnis erbeten, einem erlauchten Mitgliede unseres Kaiser- 
hauses, welches sich ganz speziell für unsere heimische Spitzenindustrie 
interessiert, das Programm für eine solche Vereinigung unterbreiten zu 
dürfen. Ihre kaiserliche Hoheit die durchlauchtigste Frau Erzherzogin 
Maria Theresia hat den Plan für die Gründung eines solchen Vereines gut- 
geheissen, und wie wir vernommen haben, das Protektorat über den Verein 
zu übernehmen geruht. 
Wenn nun der Verein, dessen konstituierende Versammlung infolge der 
Abwesenheit unserer gnädigsten Protektorin erst heute stattfindet, sofort 
nach der Genehmigung der Statuten seine Tätigkeit beginnen konnte, so 
danken wir dies in allererster Linie Seiner Exzellenz dem Herrn Unterrichts- 
minister, der es gestattete, dass der Verein sogleich zu dem, dem hohen
	        

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