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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 2)

die Mautbriefe von Stein, St. Pölten und Tulln in 
Niederösterreich, sowie vonWien aus dem XII. Jahr- 
hundert, welche den Zoll für Zinn aus Böhmen, 
bestimmt für die Regensburger Kaufherren, fest- 
setzen. 
Von böhmischen Arbeiten finden sich zahl- 
reiche mächtige Kannen in den beiden Sammlungen. 
Die vierte und künstlerisch bedeutendste 
Gruppe, die fränkische, mit Nürnberg als dem Sitz 
des Kunstgewerbes an der Spitze, ist in Wien durch 
zahlreiche Arbeiten Enderleins und anderer Künstler 
vertreten. So sind vorhanden: die Temperantia- 
Schüssel Enderleins in zwei Exemplaren und zwar 
Modell II und Modell III; die eine mit dem Porträt- 
medaillon des Künstlers auf der Rückseite, die 
zweite gegossen von dem Nürnberger Giesser 
Michel I-Ie- 
mersam. Wei- 
ters ein bril- 
lantes Exem- 
plar der Mars- 
 
schüssel: Zunfthumpen der Chernnitzer 
welche eben- Bergknappen, bezeichnetxöxö, 
. S. E. VV. 
falls Enderlein 
zuzuschreiben 
ist. Neben den drei vorgenannten 
besitzt die S. E. W. noch die kleine 
Schüssel „Lot und seine Töchter", 
kopiert nach Enderlein durch den 
Zinngiesser ]akob Koch, 1- 1572. 
In der S. D. F. finden sich zwei 
kleine Adlerteller Enderleins. Von die- 
sen trägt der eine die Marken „CE" 
und „LL", welche als „Caspar Ender- 
lein" und „Lorenz Lang" zu lesen 
sind. Lorenz Lang, welcher 1588 
Meister und in seinen alten Tagen 
angeblich Krämer wurde, hat die 
Fabrikation der Enderlein'schen Adler- 
teller fortgesetzt, und nach ihm Lorenz 
Appel, 1630 Meister, 1658 gestorben. 
Die Arbeit des letzteren sehen wir im 
zweiten Adlerteller, bei welchem die 
Kann: mit sächsischer Marke. 1551, s.n.r. Marke „CE" fehlt, zu jener „LL"
	        

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