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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 2)

unersettiger Frass, dass du nicht Un- 
gunst erlangest." 
Zur Ausschmückung von Torten- 
platten wählten die Zinngiesser Gra- 
vierungen, wie wir dies an zwei Exem- 
plaren, bei denen Blätter deutscher 
Kleinmeister als Vorlage gedient 
haben, in der S. D. F. sehen können. 
Die Renaissance bringt aus dem 
farbenempfanglichen Süden mit ihrer 
Formenwelt auch die Vorliebe für die 
Farbe über die Alpen in deutsche 
Länder, so dass wir, obzwar selten, 
bunte, das heisst mit kaltem Email 
bemalte Zinngeräte antreffen. 
In diese Klasse gehört ein kleiner 
Teller mit der Auferstehung Christi 
im Fond, den Standtiguren der Engel 
mit den verschiedenen Leidenswerk- 
zeugen am Rande, sowie eine Pulver- 
Hasche mit beiderseitigem Porträt- 
medaillon in der S. D. F. Letztere, 
bei welcher wir auch eine Form der 
 
Schenkkrug, westdeutsch, Beginn des 
XVI. Jahrhunderts, S. E. W. 
Italiener benützt sehen, gehört der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts an; 
doch ist die Nürnberger Provenienz zweifelhaft. Der grosse Wasserbehälter 
 
Adlerteller Enderleins, gegossen von Lorenz Lang, 
um 1590, S. D. F. 
der S. E.W. in Gestalt einer Burg 
mit Rundtürmen und steilem 
Dach ist jedenfalls ein durch seine 
Grösse und Komposition hervor- 
ragendes Stück. Vielleicht steht 
damit auch das Fehlen jeglicher 
Marke im Zusammenhang, so 
dass die Vermutung naheliegt, 
dass wir ein Meisterstück vor 
uns haben. Da solche Arbeiten 
unter Aufsicht der geschworenen 
Meister angefertigt und in der 
Regel für die Zunftlade H also 
nicht für den Export -_ bestimmt 
waren, bedurften sie wohl kaum 
einer Marke, umsomehr als das 
Recht zur Führung einer solchen 
von dem Gelingen des Meister- 
stückes abhängig gemacht wurde.
	        

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