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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 3 und 4)

Festdekoration zu Versailles 1668, Stich von Lepautrc 
 
grossen Zeremonientafeln verbindet man mit dem Dessert öfters viele Sinn- 
bilder und ligürliche Vorstellungen, zu deren gehörigen Anordnung viele 
Wissenschaft aus der Historie, Poesie und Mythologie, ingleichen aus der 
Architektur und Perspektive gehört. Die leichtesten Vorstellungen bey grossen 
Desserts sind Lustgarten mit Spaziergängen, Gebäuden, Springbrunnen, 
Parterren, Vasen und Statüen, zu welchen letzteren die Porcelainfabriken die 
schönsten und zierlichsten von allen nur erdenklichen Arbeiten und Stellungen 
zubereiten, und den Conditoren dadurch viel Arbeiten ersparen, weil diese 
vormals dergleichenVasen und Figuren vonTraganthteige oder Caramelzucker 
mühsam und mit vielen Kosten verfertigen mussten. Doch bringt der Conditor 
oft mitten unter dem Porcelain Stücken von Tragantharbeit an, wenn er ein 
Stück, so zum Ganzen seines Aufsatzes gehört, nicht in Porcelain haben 
kann. Auch bringt er oft Figuren der Menschen und Thiere von Wachs 
bossirt an, welche entweder von weissem Wachs oder nach der Natur aus- 
gemalt sind. Das Mittelstück eines Aufsatzes ist auch wohl aus Spiegelglas 
oder auch nur aus weissem Glase, auch sind die architektonischen Ver- 
zierungen von Glas. In vornehmen Häusern hat man daher auch insge- 
mein hinlänglichen Vorrath von Porcelaintiguren und Glaswerk zu den 
Dessertsaufsätzen. Die Gartenparterres auf den Confectspiegeln können mit 
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