MAK

Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 3 und 4)

letzten Arbeiten ist ein Fortschritt zum 
Stil wahrnehmbar. Einige Büsten haben 
schon alles Überflüssige abgestreift und 
nähern sich dem einfachsten Ausdruck. 
Eine charakteristische ältere Bronzebüste 
des I-Iofschauspielers Kainz, wo noch das 
Detail scharf realistisch gegeben ist, lässt 
den Unterschied deutlich erkennen. - Bei 
Miethke sah man seither auch eine hüb- 
sche Ausstellung des slovenischen jung- 
bundes „Sava", der sich ganz in moder- 
nen Impressionen bewegt. Es sind ganz 
junge Maler, meist von Dachauer Stim- 
mungen berührt und recht begabt. Einem 
ist man schon auf Ausstellungen begegnet: 
Ferdinand Vesel, der lauschige oder be- 
schauliche Landschaüen bringt („Menter- 
schwaige", mit einem Tropfen Corot im 
Grün), aber auch Stubenszenen („Bann- 
herzigkeit", „Erzählerin"), mit Beleuch- 
tungen von ansprechender Schummrigkeit. 
Die übrigen sind Ivan Grohar (Schnee im y: 
Abendschein und hellblumige Flachlandszenen), Richard 
jakopic (l-lerbststudie von reiner Kleckswirkung und lebens- 
grosse Einzelfiguren mit purpurgoldigen Hintergründen), 
Matthias Jama (weiche Sommertöne im Grün), Matthias 
s(efnen(gfosses Harry Napper, Kombinations- 
Damenportät) Schreibtisch und Kästchen (halb 
Franz Berneker am") 
ist Bildhauer; 
seine beiden Büsten haben fein bewegte 
Oberfläche, die das Licht spielen lässt. - 
Im Salon Pisko sahen wir ein paar hundert 
Bilder und Studien von Otto Friedrich (Sezes- 
sion). Auge und Hand ganz modern, Pariser 
Erfahrungen, besonders an Besnard. Seine 
vornehm-pikanten weiblichen Porträtstudien 
lassen diesen Farbenspielen volle Freiheit. 
Vortrefilich ist ein Zyklus von Gouacheszenen 
„um St. Stephan", bei allen Arten vonWetter 
und Beleuchtung. Manche sind ganz köstlich. 
Auch ein Schwarm kleiner und kleinster 
Landschaften aus allen In- und Auslanden 
bietet viel Frisches, das rasch gesehen und 
gegeben, die farbige Pikanterie eines Motivs 
notiert. Aber auch der Akt, beider Geschlech- 
ter, ist detnKünstler einel-laupt- und Herzens- 
sache. ln einem grossen Bilde: „Waldan- 
dacht" sitzt ein Kreis junger und alter Männer 
andächtig um einen weiblichen Akt her, der 
übrigens nicht so gut in Luft und Duft gesetzt 
 
 
l-Iarry Napper, Kombinations-Schreibtisch und _ 
Kästchen (geschlossen) ist, wie die Zuschauer. Andere Aktbilder sind 
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