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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 3 und 4)

Von grösstem Werte 
sind zwei Geschenke, die 
der Sammlung zukamen: 
der Kopf des Zentauren zu 
der in Ephesus ergrabenen 
und im Theseustempel auf- 
gestellten kleinen Zentau- 
rengruppe und ein Skulp- 
turenfragment, das auf dem 
Zollfelde in Kärnten aus- 
gegraben wurde und sich 
als zur bekannten „sterben- 
den Penthesileia" der 
kaiserlichen Antikensamm- 
lung zugehörig erwies. Die 
Zentaurengruppe war ohne 
den Kopf des mit Herakles 
kämpfenden Zentauren hie- 
her gelangt und war dieser 
Kopf unter Benutzung klas- 
sischer Muster in derWerk- 
statt des Museums ergänzt 
_ _ _ worden. Ein Amerikaner, 
Erzherzog Josef m11 einen: Haiduken, Buchs 
(Hofmuseum in Wien) Mr. Edward Percy Warren 
aus New-York, erwarb im 
Kunsthandel zufällig dieses, in seiner knollenartigen Umhüllung kaum kenntliche Objekt. 
Als sich nun nach sorgfältiger Reinigung der Wert des Stückes und seine Zugehörigkeit 
zur Wiener Gruppe herausstellte, fand sich der Eigentümer in wahrhaft hochsinniger 
Weise bestimmt, dasselbe der kaiserlichen Sammlung zur Verfügung zu stellen. Der 
ergänzte Kopf wurde nun durch den echten 
ersetzt, wodurch die Gruppe ausserordent- 
lich gewonnen hat, zumal sie jetzt, von einigen 
belanglosen Füllstücken abgesehen, für so gut 
wie völlig antik gelten kann. In nicht minder 
hochherziger Art hat der kärntnerische Ge- 
schichtsverein das Skulpturfragment vom 
Zollfelde - einen marmornen weiblichen 
Schenkel - geschenkweise an die Antiken- 
sammlung überlassenmachdem sich erwiesen 
hatte, dass dieses Stück zweifellos zur „Pen- 
thesileia" gehört. Das Fragment zeigt oben 
den Zipfel des Kleides genau in der gleichen 
archaischen Stilisierung, in der die Gewänder 
der Statue behandelt sind, und im blassen 
Fleische eine Stichwunde, der plastisch dar- 
gestellte Blutstropfen entquellen. Die „Pen- 
thesileia" selbst kam 18:8 aus dem NachÜ 
lasse des bekannten Sammlers, Augenarztes 
Dr. Josef Barth, in das kaiserliche Antiken- 
kabinet. Ihre Provenienz war damals nicht 
festgestellt. Nunmehr ist dieselbe durch den 
Fund auf dem Territorium des altenVirunum 
 
 
Prähistorischer Bronzehelm aus Siebenbürgen 
(Hofmuseum in Wien)
	        

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