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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 5)

Porzellan beschäftigt 
habe, in der Hand ge- 
habt habe, kein ein- 
ziges Stück mit dieser 
Signaturuntergekom- 
men. Dies haben mir 
auch Kollegen und 
Sammler bestätigt. 
Die Kaffeetassen mit 
Jagdszenen und Chi- 
noiserien, welche 
Herr Dr. Modern als 
Beweisstücke aniiihrt 
und abbildet, sind ab- 
solut nicht als solche 
zu verwenden.Sowohl 
Dr. Ernst Zimmer- 
mann vom Dresdener 
Johanneum als ich 
mussten diese Stücke 
sofort als Meissener 
Porzellan aus der 
ersten Hälfte der 
Zwanzigerjahre des 
XVIII. jahrhunderts 
erklären. Der ganze 
Dekor und die Masse 
weisen sie dahin. 
Sie gehören zu 
einer grossen Gruppe 
von ähnlichen Meis- 
sener Porzellanen, die 
alle möglichen Buchstaben, Ligaturen und Zahlen aufgemalt tragen. Sie 
Liebespaar mit Putte in Laube (Katalog Nr. 848) 
bezeichnet" mit dem Passbriefe „mit dem Zeichen bemerket", we1ch' letztere Tenninologies Sorgenthal (2 do.) 
wörtlich beibehält. Richtig ist, dass die auf Seite 97 reproduzierte Marke der Kaffeetasse mit jagdszenen von den 
Beamten unmöglich als identisch mit der Passmarke erkannt werden konnte. Sie stammt eben aus einer früheren 
oder späteren Zeit. Die Passbriefe dieser Zeit mussten diese zweite Marke faksimilieren. Leider sind diese, noch 
in den Protokollen des Reichskarnmerarchivs erwähnten Passbriefe skartiert worden, so dass ein Urkunden- 
beweis hieiür vorläufig nicht zu erbringen ist. Was aber die stilistische Seite der Frage betrifft, sei nur erwähnt, 
dass noch bis zum Jahre 1771 der schon in den Fünfzigerjahren erwähnte Maler der Fabrik Christian Kremser 
sich ausschliesslicb rnit "indianischer Arbeit" befasste. - 
Zu den Bemerkungen des Herrn Dr. Modern habe ich hinzuzufügen: Ich bleibe dabei, dass die in Frage 
stehenden Zeichen Passmarken sind, die dem gewöhnlichen Zeichen, dern Bindenschilde, beigefügt wurden, 
damit die Besitzer der Passbriefe dieselben zoll- und mautfrei einführen konnten. Es sind Marken ad hoc. Darin 
liegt ja der Vorteil für den Händler, der den Passbrief bekam, dass gerade er, im Gegensatz zu Konkurrenten, 
die Wiener Porzellaine, „so mit dem Zeichen" etc. vermerkt sind, ohne Abgabe einführen darf. Ich finde, 
dass die Sache ganz klar liegt. DasWiener Porzellan (das heisst das seit 14 Jahren den Zoll- und Mautwächtern
	        

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