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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 5)

würden ebenso to- 
tal aus dem ganzen 
stilistischen Ent- 
wickelungsgang 
des Altwiener Por- 
zellans herausfal- 
len, wie dieseMarke 
unmöglich ist als 
vollkommen uner- 
klärliche Unter- 
brechung der Blau- 
marke von r74g 
bis 1827. Endlich 
haben die beiden 
Marken des Pass- 
briefes mit denen 
der Tassen absolut 
Vornehmes Paar, einen Hund neckend. Unbemalte Gruppe fllChtS ZU tllll. Das 
(Kaum? "Mm haben mir auch 
Paläographen be- 
stätigt. Ich kann mir schwer oder eigentlich gar nicht denken, dass Herr 
Sieber oder Herr Pemsel - so heissen die beiden Porzellanhändler, 
denen die Passbriefe ausgestellt wurden - ihre Kaffeetassen in Gold- 
malerei mit der Ligatur F. A. C. (a. a. O. S. 97) zollfrei nach Ungarn 
durchbekommen hätten, denn der Mautbeamte durfte sie mit gutem 
Gewissen nicht passieren lassen, wenn er mit der diesen Subalternen 
eigenen Petanderie entdeckte, dass die Marken auf den Tassen sich absolut 
nicht mit denen der Passbriefe deckten. Ein anderes Kriterium als die 
genaue Vergleichung der beiden Marken hatte der Zollbeamte nicht, durfte 
er auch nicht haben. 
Im XVIII. Jahrhundert pflegten die Fabriken nur die Türkenköpfchen, 
die kleinen kugeligen Kaffeeschalen ohne Untertassen, die sie nach dem Orient 
exportierten, nicht zu signieren. In Meissen war es so, auch in Wien, wie 
aus dem von Modern (a. a. O. S. 99) publizierten Berichte Sorgenthals, der 
übrigens erst 1805 die Baronie erhielt, hervorgeht. Eine Ausnahme waren 
 
allgemein bekannte, mit dem blauen Bindenscbilde) das die Separatrnarke j-C hat, die identisch ist mit der im 
Passbriefe, dieses Wiener Porzellan, darf zollfrei eingeführt werden. 
Nun will l-lerr Dr. Modern ansser dieser einen Marke noch eine andere „spätere oder frühere" fixieren, zu 
der der betreffende Passbrief mit der Legitimation verloren ist. 
Ich kann ihm leider in der ganzen Frage 
nicht folgen. 
„Was die stilistische Seite der Frage betrifft", so bestreite ich es keinen Moment, dass man im 
Jahre x77! noch "indianische Arbeiten" machte. Gewiss, ich kann Herrn Dr. Modern „indianische Arbeiten" 
auf Altwiener Porzellanen von x72: bis zirka x7g6 nachweisen. Nur ist ein gewisser Unterschied zwischen 
den von Delfr und Meissen beeinflussten Chinniserien der Frühzeit, die wir auf der, Seite 96 abgebildeten 
FriihmeissenerTasse Enden und den Chinoiserien seit zirka r75o, die von Frankreich heriiberkamen. 
Dr. E. W. Braun
	        

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