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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 5)

neugefundenen römischen, 
und später mit Portlandzement 
bedeckt, die Fensteröffnungen 
mit Spiegelglas ausgefüllt, 
die Zimmer mit Tapeten jener 
Art bedeckt, welche man sich 
kaum ohne wollene Matten 
und Wachsblumen vorstellen 
kann; die Möbel waren aus 
solidem Mahagoni gezimmert 
und mit Rosshaar gestopft. 
So weit mir bekannt ist, war 
dieser Stil nicht der Vater 
irgend eines noch überleben- 
den Sprossen, und doch war 
darin etwas, dessen man sich 
mit Wärme erinnern kann. In 
der Einrichtung war ein eigen- 
tümlicher, griechischer Ein- 
fluss. In den Tapeten war ein 
gewisserGradvonGeschmack 
-- manche davon waren sehr 
rein in der Farbe - lichtrosa 
und grün und eine Art kres_ Unbemalte Gruppe von zwei Kindern beim Guckkastenmann, 
Senrot und lichtblau. Manche aus dem Besitz des Herrn Karl Mayer 
von den Kombinationen 
müssen auch komisch gewirkt haben. Man denke nur an die Menge von 
Stilarten, welche knapp vorher in Mode waren: der Stil der Georgs, die erste 
gotische Renaissance, der griechische und der chinesische Stil. Was muss 
wohl ein Chippendale-Stuhl oder ein englischer Nussholzkasten gefühlt haben, 
wenn er in ein solches mit Crochetarbeiten, Wollmatten und Wachsblumen 
überfülltes Zimmer gestellt wurde! Und doch zaudere ich. Ich weiss nicht, 
worin der Reiz besteht, aber ich muss gestehen, das mir diese Periode 
gefällt - sie ist so ungewöhnlich, so ausgestorben! Zum letzten Mal wurden 
Interieurs ohne Absicht, ohne Theorie möbliert. Nehmen wir deshalb diese 
Zeit als die Null der gegenwärtigen Phasen der Architektur an! 
Grosses hat sich seither ereignet. Wir haben viele glänzende Lichter 
gesehen und man hat uns geraten, manchem Leuchtstern zu folgen! 
Ich kann mir nicht recht vorstellen, welchen Einfluss Ruskin auf die 
Innendekoration ausübte. Vermutlich war es derselbe, oder fast derselbe, 
wie der viel stärkere Einfluss des William Morris, welcher den Einfluss 
Ruskins verwischt hat. Seit jener Zeit hat sich - wir sprechen hier nur von 
Wohnhausarchitektur - vieles geändert. Grosse Geister haben sich mit 
dem Problem beschäftigt - Norman Shaw, Ernest George, Burgess. 
 
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