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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 5)

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rechten Blumenguirlan- 
den; unter dem Einfluss 
von Morris wurden sie 
zu komplizierten Mus- 
tern entwickelt, welche 
meistens auf sizilische 
Seidenstoffe, gotische 
Stickereien und Muster 
in den Hintergründen 
der Initialen illuminier- 
ter Handschriften ba- 
siert waren; unter dem 
Einiiuss Walter Cranes 
wurden sie noch mehr 
detailliert und ver- 
wickelt: Rankenwerk, 
Vögel und Tiere jeg- 
licher Art, Piianzen und 
Blumen sind über die 
ganze Wandfläche ver- 
streut; unter dem noch 
späteren Einfluss C. F. 
A. Voyseys wurden die 
Entwürfe allmählich er- 
nüchtert und zeigten 
Ein lnterieur von Ernest George Blätter und Blumen in 
mehr oder weniger 
augenfälligen senkrechten und wagrechten Linien; und heute beschränkt 
sich - ausser in japanischen Entwürfen - das Muster auf die Wieder- 
holung von fast einzelstehenden Blättern, oder aber es ist dem wieder auf- 
genommenen Streifen gewichen, oder gar-und zwar ziemlich häufig - der 
ungemusterten eintönigen Tapete! 
Wenn man die Architektur Englands mit der des Kontinents vergleicht, 
darf man nicht ausser acht lassen, dass die neue Bewegung ihren Ursprung 
in England hatte. 
Der moderne Wohnhausbau wurde am Kontinent bis vor wenig Jahren 
nicht als ein Kunstzweig betrachtet. In Frankreich, in Teilen von Deutsch- 
land und in Italien kann man selbst heute nicht sagen, dass er sehr weit vor- 
geschritten ist. Die Grundsätze der Pläne stehen dort vielleicht eben so weit 
hinter denen Englands zurück, als vor I5 Jahren die Grundsätze der 
Sanitation. In Wien und in andern Teilen von Österreich und Deutschland 
hat die Wohnhausarchitektur zusammen mit den andern Zweigen des 
Kunsthandwerks einen riesigen Aufschwung genommen. Die neuen Ideen 
habenWurzel gefasst. Manche davon erscheinen uns in England extravagant,
	        

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