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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 6)

Marie Louise, auf die Taufe des 
Königs von Rom und anderes. 
Die Signatur dieser, aus dem 
Besitze Marie Louisens stam- 
menden kostbaren Arbeit, 
welche heute dem FürstenAlfred 
von Montenuovo gehört, besagt: 
„Martin Guillaume Biennais, 
orfevre de la Majeste Paris". 
Biennais machte alles, was man 
vor IO0 Jahren von einem Gold- 
schmiede begehrte, Gefässe, 
Geräte, Vasen, Aufsätze, Giran- 
dolen, mit besonderer Vorliebe 
Necessaires und Kasetten, wie 
jene vorerwähnte Lützowsche. 
Laurette de Permon-Junot, die 
in alle Ateliers kam und alles 
Kanne eines Waschbeckens, buntbemalt (Katalog Nr. 132) Interessante der Zeit interessant 
zu schildern weiss, hat schon 
vor der Schlacht von Marengo, 1800, in Biennais" Laden „au singe violet" 
in der Rue St. Honore ein herrliches, für Jeröme Bonaparte bestimmtes 
Reiseservice gesehen, das ihre Bewunderung und wohl auch ihre nach Kost- 
barkeiten ewig rege Sehnsucht weckte. Was 
Luxus und Eleganz erfinden kann, war, 
schreibt sie, in dieser Wunderkassette ent- 
halten, alles aus Gold, Silber, Perlmutter und 
Elfenbein. Reich mit Edelmetall-, Holz-, Elfen- 
bein- und Perlmuttereinlagen versehene Kunst- 
schreinerarbeiten liebte die Zeit und wollte sie 
vom Goldschmied haben. Wir ersehen das 
auch aus dem Verzeichnis der Entwürfe des 
Biennais; ein Auktionskatalog vom Jahre 1827 
enthält sogar ein mit Biennais signiertes 
Schreibpult aus Acajouholz mit Skulpturen und 
Ebenholz- und Elfenbeineinlagen. Madame 
Debande will viele ähnliche Stücke in Biennais' 
Laden gesehen haben. Die kaiserlichen Insi- 
gnien, deren Napoleon sich bei festlichen An- 
lässen bediente, liess er bei Biennais herstellen; 
1806, nachdem der Meister sich mit mehreren 
trefflichen Arbeiten an der Industrieausstellung 
beteiligt und dafür die Goldene Medaille erlangt 
 
 
_ _ Teebüchse mit bunten Malereien und 
hatte, wurde er I-Iofgoldschmied. Bediente Gomon-mmumn (Kamm m, 29,)
	        

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