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Inhaltsverzeichnis: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 9)

 
nachlässigung des Ideen- 
inhaltes. Er versteht mit 
einem Worte den Unter- 
schied zwischen Kunst, dem 
IdealeundderKunsttechnik, 
der durch Übung, Studium 
und Erfahrung erlernten 
Handfertigkeit und er weiß 
wie wenige, die Ausdrucks- 
weise dem schöpferischen 
Gedanken anzupassen. 
Diese so sonderbare 
Mischung von Idealismus 
und praktischer Tätigkeit 
ist am besten aus des Künst- 
lers eigenen Worten zu 
ersehen: „In der Erziehung 
der Kunstschüler", sagt 
A. Fisher, Wandleuchter aus Bronze und Horn er: nmüssen viele Punkte 
erwogen und betrachtet 
werden. Was ist vom Standpunkte des Lehrers aus der erste dieser Punkte? 
Nicht, meiner Ansicht nach, das Erlangen von Handfertigkeit, eher das Ein- 
Hößen einer allgemeinen Kunstkenntnis, welche den Schüler mit Enthu- 
siasmus für seinen Beruf anfeuert, und mit warmer Achtung für die wohl- 
tätigen und hohen Funktionen, welche er in seinem täglichen Dienst zu 
erfüllen hat. Das technische Studium soll Hand in Hand mit dieser Geistes- 
anregung gehen; das Handwerk darf nicht die Kunst überholen, wie es ge- 
wöhnlich in den Ideen der akademischen Lehrer und Schüler der Fall ist. 
Selbst der bescheidenste Nutzgegenstand verdient schön gemacht zu 
werden - nein, sollte schön gemacht werden, und jedem Schüler sollte die 
Bedeutung dieser Tatsache klar gemacht werden. Wer einen gewöhnlichen 
Nutzartikel in etwas Schönes umwandelt, erfüllt denselben hohen Dienst, 
wie der Erbauer des größten Tempels oder der Maler des feinsten Bildes. 
Das heißt: er ist ein wahrer Künstler." 
An anderer Stelle äußert er sich folgendermaßen über den Wert der 
Farbe im allgemeinen, und über die Emaillierkunst im besonderen: „Fremde 
Besucher Englands sagen allgemein, daß es ein Land voll Farbe ist. Wie 
reich und üppig sind die Blumen und wie lieblich und abgetönt ist das Grün 
des Rasens und der Bäume. Großbritannien ist wahrlich ein grünes Land, 
umschlossen von der schönen, blauen See, und ich neige mich der Ansicht 
zu, daß wir auf diese Tatsache den guten Farbensinn der meisten englischen 
und schottischen Maler zurückführen können. Ohne den Einfluß unserer 
grauen, rauchigen Städte ä ein Einfluß, der naturgemäß den Farbensinn 
jener schwächt, auf welche er fortwährend wirkt - würden meiner Meinung
	        
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