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Full text: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 6)

 
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Wirkung des ein- 
zelnen Stückes, 
sondern auf den 
Gesamteffekt des 
Services ankommt. 
In der Ausstel- 
lung konnten mit 
Rücksicht auf den 
' Raummangel nur 
I. wenige solcherBei- 
l spiele vorgeführt 
werden, unter 
diesen mag aberbe- 
' sonders an die 
Tafelservice der 
Grafen Georg Maj- 
lath und Ferdinand 
Zichy, der Frau 
Berta Redlich und 
des Herrn Karl 
Mayer erinnert 
werden. 
Was das Hgu- 
Kaffeeobertasse mit lila Lüstergrund, buntbemalt und vergoldet T315 Genre der Por" 
(Katalog Nr- 970) zellanmalerei be- 
_ trifft, so erfreuen 
sich, dem Geschmacke der Zeit entsprechend, besonders Szenen der antiken 
Sage und Geschichte allgemeiner Beliebtheit. Die Liebesabenteuer der Götter, 
Paris und I-Ielena, Orpheus und Eurydike, Amor und Psyche waren 
besonders bevorzugte Motive. 
Später werden die Kopien berühmter und beliebter Bilder aus Wiener 
Galerien oft wiederholt. Namentlich auf Vasen und im Fond von Tellern 
finden wir sie häufig. 
Eine weitere Gruppe von Malereien Hguralen Charakters bilden die 
Genreszenen. Spielende Kinder, in der Tracht ihrer Zeit, Familienidyllen 
und ähnliches. 
Man hat vom ästhetischen Standpunkte gegen das Bildermalen auf 
Porzellan so manches einzuwenden gewusst. Solange dem Gegenstand der 
Darstellung dekorativer Charakter innewohnt, wie dies zum Beispiel bei 
den Malereien nach Bartolozzi der Fall ist, ist dagegen nichts einzu- 
wenden. 
Grosse, berühmte Kunstwerke auf Porzellan zu übertragen ist ver- 
werflich, denn es beweist, dass man das, was den eigentlichen Wert des 
Originals ausmacht, vollkommen übersieht.
	        
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