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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 6)

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Die Tendenz, 
das Erzeugnis ge- 
werblicher Klein- 
kunst durch An- 
leihen bei der 
grossen Kunst un- 
natürlich hinaufzu- 
schrauben, ist aber 
nicht allein in der 
Porzellanmanufak- 
tur, sondern im ge- 
samten Kunstge- 
werbe jener Zeit zu 
verfolgen, und ist 
bis heute noch nicht 
verschwunden. 
DerPorzellan- 
fabrik aus diesem 
Vorgehen 
einen Vorwurf zu 
machen ist deshalb 
ungerecht, weil es 
unmöglich ihr Be- 
ruf Sgin konnfg, ein Teller, mit Vergoldung und bunten Malereien, signiert Weixlbaurn 
Genre im Gegen- (Katalog N" "s" 
satze zur allgemeinen Geschmacksströmung zu schaffen. Frägt man 
aber, welche Qualitäten sie innerhalb dieser Strömungen erreichte, so muss 
ihr auch in diesem Falle das höchste Lob gespendet werden. 
Ebenso stehen die auf Unterschalen, Platten, Tellerrändern, Kaffee- 
tassen und Vasen angebrachten Veduten, Städtebilder und Ansichten 
einzelner Gebäude prinzipiell mit einem rein dekorativen Zweck solcher 
Malereien im Widerspruch. Sie bringen durch die rein bildmässige Be- 
handlung ein fremdartiges Element in die Dekoration, und werden in erster 
Linie um des Interesses willen oder zufolge der Erinnerung, die sich daran 
knüpft, angefertigt. Umso bewundernswerter ist in den meisten Fällen der 
sichere Griff, mit dem die ornamentale Wirkung des Motivs entdeckt und 
zum Ausdruck gebracht wurde. Diese Landschaften sind manchmal auch 
monochrom behandelt, in der Regel sind sie aber, wie es in der damaligen 
Aquarellmalerei üblich war, in leichten Lasurfarben abgetönt, während 
dunkle, scharfgeführte Linien die eigentliche Zeichnung bilden. 
Die meisten der in der Ausstellung befindlichen Porzellane mit Ansichten 
tragen Jahresstempel nach 1800. Nur eine im Besitze des Herrn v. Metaxa 
(Katalog Nr. 1376) mit der Ansicht der alten kaiserlichen Münze, trägt den 
Jahresstempel 86. 

	        

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