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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 7 und 8)

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natürlich empündende Menschen zum Wort gekommen sind, die diese 
herrliche Natur vor so trauriger Entstellung bewahrt hätten. Gerade dort, 
wo Anregungen in Fülle vorhanden sind, wo es möglich ist, Steinrnaterial der 
Umgebung zu verwenden, günstige Terrainverhältnisse auszunützen, das 
prächtige Klima zu verwerten - Forderungen, welche der Eingeborene am 
Quarnero sehr wohl verstanden und beherzigt hat - gerade dort hat sich 
ein gänzliches Missverstehen der lokalen Verhältnisse von Seiten der einge- 
wanderten Grosstädter gezeigt. Unter die rühmlichen Ausnahmen ist nun 
auch Fabianis Villa zu rechnen, die mit ihrer Schlichtheit und Ruhe aus der 
Mehrzahl der vorhandenen Fehlbauten hervortritt. 
BRANGWYN S DEKORATIONS GEMÄLDE IN 
DER LONDONER KURSCHNERHALLE S0 
VON P. G. KONODY-LONDON 50 
LS vor ungefähr drei Jahren im Kunst und 
Kunsthandwerk ein Aufsatz über Frank 
Brangwyns dekorative Malerei veröffentlicht 
wurde, war der Künstler selbst in England, 
seiner Heimat, verkannt, oder - schlimmer 
noch - fast unbekannt. Heute hat sich die 
Sachlage verändert. Bei den letzten Wahlen 
der Royal Academy wurde Brangwyn mit 
grosser Stimmenmehrheit als „Associale" er- 
wählt und gegenwärtig ist er mit der Aus- 
führung wichtiger Dekorationsprojekte für öffentliche und offizielle Bauten 
beschäftigt. So ward ihm unter andern ein Paneel für den Säulengang des 
Royal Exchange-Hofes anvertraut, eine Arbeit. welche sich der Vollendung 
nähert und verspricht, des Künstlers Meisterleistung zu werden - eine 
herrliche Komposition und die einzige an diesem Platze, welche den streng- 
sten Anforderungen dekorativer Malerei entspricht. 
Eine noch wichtigere Arbeit, die ihn gegenwärtig beschäftigt, ist die 
malerische Ausschmückung der grossen Halle der Kürschnergilde in London. 
Von den zwölf dafür bestimmten Paneels sind zwei bereits fertiggestellt, und 
war eines davon in der letzten Royal Academy-Ausstellung zu sehen. Die 
Halle ist im elisabethischen Stile gehalten und mit Eichenholz getäfelt. In 
ziemlich beträchtlicher Höhe vom Boden ist in der Täfelung Raum für die 
von Brangwyn bestellten dekorativen Paneels gelassen. Die uns von dem 
Künstler in liebenswürdigerWeise zurVerfügung gestellte Skizze der Längs- 
wand zeigt das Arrangement. 
Die Gemälde selbst stellen Szenen aus der Geschichte der Kürschner- 
gilde vor. Das erste zeigt ein Fest auf der Themse zur Zeit Richard II. und 

	        

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