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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 7 und 8)

 
Villa des Baron Schwegel in Abbazia 
Chancers; das zweite die Einschiffung Lancasters nach Ostindien. Brangwyn 
versteht wie keiner den Unterschied zwischen Dekorativmalerei und dem 
dekorativen Bilde. Von ersterer hat er in seinen Wandgemälden des „Art 
NouveauWGebäudes in Paris ein schönes Beispiel gegeben: reine Dekoration, 
bei der es sich nur um ein dem Auge gefälliges System von schwungvollen 
Linien und Farbenflecken handelt. 
Anders verhält es sich mit dem dekorativen Bilde. Hier handelt es sich 
darum, das Gegenständliche mit historischer Richtigkeit klarzulegen, kurz, 
ein „Bild" zu malen, und doch der architektonischen Umgebung Rechnung 
zu tragen. Ferner darf da kein Versuch gemacht werden, eine Raumillusion 
hervorzurufen. Die Flachheit derWand muss betont, nicht versteckt werden. 
Um dies zu erreichen, Endet Brangwyn es nicht nötig, sein Bild in kreidiger, 
lichter Farbe auszuführen, wie es so viele unserer modernen dekorativen 
Künstler zu tun pflegen. Von Brangwyns Leinwand leuchtet eine tiefe 
Farbenglut, und doch ist die Gesamtwirkung ungemein ruhig durch das 
schöne Gleichgewicht seiner Linienkomposition und Farbenzusammen- 
stellung. Seine Pinselführung ist von imposanter Breite und das in den Vor- 
dergrund eingeführte Stilleben _ Rüben und andereWurzeln und ein brauner, 
irdener Topf - ist des Pinsels eines Manet würdig. Merkwürdig ist dabei, 
dass Brangwyns Kunst absolut unabhängig ist. Er hat von keinem Meister
	        

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