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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 9)

 
Bett, Mahagoni, poliert, mit Bronzebeschlägen 
sehr häufig bei der Besprechung des Kunstgewerbes der Biedermeier- 
zeit die Frage des Aufkommens der I-Iolzbeschläge an den Möbeln auf- 
geworfen. 
Während nämlich in der Empirezeit die Möbel grösstenteils mit orna- 
mentalen und figürlichen Bronzebeschlägen geschmückt sind, werden diese 
Beschläge in der Biedermeierzeit sehr häufig, besonders in Deutschland, in 
vergoldeter Holzschnitzerei imitiert und in derselben Weise wie die Bronze- 
beschläge verwendet. Solche Imitationen hat in Wien zuerst Josef Dan- 
hauser, der hervorragendste Dekorateur und Möbelerzeuger in Wien, der 
Vater des Malers Josef Danhauser, verfertigt. Er war Bildhauer und von 
Württemberg nach Wien gekommen, um sich hier ein Feld für seine Tätig- 
keit zu suchen. " 
Kaum zwanzigjährig verliebte er sich in die Tochter eines vermögen- 
den Wiener Eisenhändlers namens Lambert, doch wollten die Eltern die 
Tochter dem vermögenslosen jungen Künstler nicht geben, weil sie einer zu 
erwartenden bedeutenden Erbschaft nach einem in Ostindien verstorbenen 
Verwandten wegen, eine besonders vornehme Heirat wünschten. Als dann 
die Aussichten auf das grosse Erbe Schwanden, gelang es Danhauser, die 
Einwilligung der Eltern zu erhalten und das Mädchen heimzuführen. 
Die Hauptaufgabe des jungen Ehemannes war es nun, sich ein 
genügendes, grösseres Einkommen zu sichern und er ging daran, die damals 
in Paris so modernen Imitationen von Bronze in geschnitztem Holze zu 
erzeugen. 
' Ich entnehrne diese Daten einer anonym erschienenen, von Frau Littrow-Bischoü, einer intimen 
Freundin des Hauses Danhauser, verfassten Biographie des Malers josef Dnnhauser, die in der Öster- 
reichischen Revue, 3. Band, 1865, erschienen ist, einigen mir von den Erben Dnnhausers zur Verfügung 
gestellten Briefen und Rechnungen und mündlichen Mitteilungen der Frau Hofrätin von Lang-Limow.
	        

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