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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 9)

Mutter nicht zu und 
so sehen wir den 
jungen Künstler 
schweren Herzens 
sich dem Geschäfte 
widmen, er zeichnet 
Entwürfe für Woh- 
nungsausstattungen 
und Möbel und nur 
selten findet er Zeit, 
zu seiner Kunst zu- 
rückzukehren. 
Im Jahre 1832 
reisst er sich mit 
Gewalt los und geht 
zu seinem Gönner 
und Freunde, dem 
Erzbischofe Ladis- 
laus Pyrker nach 
Erlau. Unterdessen 
wurde die Schulden- 
last der Familie 
immer grösser und Stehpult, Mahagoni, puliertnmil Bronzen, aus dem Schreibzimmer 
Kaiser Franz l. 
 
nur durch die Gunst 
des Kaisers erhielt die Witwe die Erlaubnis, eine Lotterie um Haus und 
Garten zu veranstalten. Doch der Ertrag reichte nicht hin, um die drücken- 
den Schulden zu zahlen, die Mutter wurde infolge der unausgesetzten Auf- 
regungen vom Schlage gelähmt und Danhauser musste Wechsel unter- 
schreiben, an deren Auslösung er sein ganzes Leben zu arbeiten hatte, 
weshalb es ihm, trotz seiner künstlerischen Erfolge, auch versagt blieb, zu 
Wohlstand zu kommen. 
Eine eingehende Würdigung der kunstgewerblichen Arbeiten des alten 
und jungen Danhauser wäre gewiss sehr lohnend und muss wohl einer 
Spezialstudie vorbehalten bleiben. Einige Entwürfe des jungen Dan- 
hauser für Möbel nnd Interieurs aus dem Besitze des Museums der Stadt 
Wien sind in der „Wiener Zeitschrift" in den Jahren 1836 bis 183g, 
publiziert. Eine Sammlung von Skizzen befindet sich noch im Besitze 
der Danhauserschen Erben in Wien. Von diesen Skizzen sind für die Ge- 
schichte des Möbels die Musterblätter der Danhauserschen Möbelfabrik 
von grösstem Interesse, von denen einige Hundert noch erhalten sind. 
Sie sind nicht alle von einer Hand, und nur zum Teile vom jungen Dan- 
hauser selbst gezeichnet, dessen Entwürfe durch eine ungeheuer präzise 
Zeichnung, besonders was Perspektive betrifft, durch die kleine Dimension 
der Skizze des Möbels und durch eine leichte geschmackvolle Lavierung 
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