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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 9)

mit Farbe charakteristisch sind. Die 
Musterkollektion der Fabrik war, wie 
wir aus diesen erhaltenen Zeich- 
nungen sehen, eine ungeheuer reich- 
haltige. Ganze Serien von Entwürfen 
für Sessel, Fauteuils, Sofas, Tische, 
für Wandarme, Stehlampen, Luster, 
Skizzen von reichen Draperien für 
Fenster, Türen, Betten und so weiter 
zeigen uns in ihrem grossen Formen- 
reichtum und dem auserlesenen Ge- 
schmacke, von welcher ausserordent- 
lichenMannigfaltigkeitdieErzeugnisse 
dieser Fabrik waren und zu welcher 
Leistungsfähigkeit sich das Unter- 
nehmen emporgeschwungen hatte. 
Die Reichhaltigkeit dieser Muster- 
bücher ist eine ganz hervorragende; 
ein Heft zeigt zum Beispiel eine An- 
zahl kolorierter Entwürfe für ein 
Wohnzimmer Kaiser Franz', in einem 
andern sind sogar die Nachgüsse nach 
der Antike, die im Danhauserschen 
Geschäfte zu kaufen waren, genau 
abgebildet. Der Vater Danhauserhatte 
nämlich zum Zwecke der Nach- 
bildung eine Sammlung von Gipsabgüssen erworben, deren grösster 
Teil heute in der Akademie der bildenden Künste in Wien aufgestellt ist. 
Neben Danhauser, dem Maler und Künstler, finden wir an der 
Anfertigung dieser Musterblätter eine ganze Reihe von oft recht geschickten 
Zeichnern beschäftigt, die aber natürlich, besonders in der Kenntnis der 
Perspektive, weit hinter ihrem Meister zurückstehen. 
Von den Möbeln, die in der Danhauserschen Fabrik angefertigt 
 
Bronzeluster 
worden sind, finden wir noch eine Anzahl im Besitze der Danhauserschen_ 
Erben und bei einigen intimen Freunden der Familie, vor allem bei Frau 
Baronin Münchhausen, Frau Baronin Doblhoff, und Frau Professor Schaupp 
in Wien und bei Herrn Artur v. Littrow in Dresden, der auch die Entwürfe 
Danhausers zu den in seinem Besitze sich befindenden Möbeln aufbewahrt. 
Eine Rechnung, ausgestellt in Wien am 31. Dezember 1838 von der 
„k. k. privilegierten Landes-Fabrik aller Gattungen Möbel des jos. Dan- 
hauser seel. Witwe" „über Folgende auf Anschaffung des Herren Joseph 
Danhauser gelieferte Möbel" ist deshalb nicht ohne Interesse, weil wir das 
Verhältnis des Sohnes zur Mutter und die Stellung des jungen Danhauser 
im Geschäfte aus ihr kennen lernen können. Er richtet sich eine Wohnung
	        

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