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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 9)

Aus dem Rauchfange hängt an schwerer Kette der „Hiehl", der gezahnte 
Kesselaufzug hinab, der aus Eisen geschmiedet und mit Gravierungen ver- 
Hiehl, Eisen, graviert und goldxauschiert, 
XVII. Jahrhundert (Sammlung Wange- 
rnann, Aachen) 
ziert ist. Der Kessel selbst ist aus Gusseisen, 
mit einem Deckel versehen und durch wulstige 
Ringe gegliedert. Kleinere Exemplare stehen 
seitwärts neben der Feuerung bereit. Hoch 
oben ist in die Rückwand an starken Haken 
ein breites schmiedeeisernes Querband, das 
„Huwiehl" eingelassen, welches in Messing- 
intarsia die Namen des Paares enthält, das 
hier seinen eigenen Herd begründet hat, sowie 
das Datum des Hochzeitstages. An ihm werden 
Schöpflöffel, Fleischgabeln, Waffeleisen und 
andere umfangreiche Küchengeräte aufgehängt, 
während die kleineren Löffel, Feuerzangen, 
Schürhaken, eiserne Blasrohre zur Auf- 
munterung des Feuers an den beiden sogenann- 
ten Brandruten vor dem Herde Platz finden. 
Waffeleisen finden sich mit viereckigen, runden 
und herzförmigen Platten, auch solche mit 
besonders feinen Gravierungen aus Messing. 
Die Brandruten, anderwärts F euerböcke oder 
Feuerhunde genannt, paarweise vor dem 
Kamine aufgestellt, bestehen aus einem etwa 
35 Centimeter tiefen massiven Fussteil, von 
dem sich am vorderen Ende ein mannigfach 
verzierter, mit Haken und Ringen versehener 
Schaft erhebt, der oben oft noch einen breiten 
Reif oder eine Platte trägt. Auf diese konnten 
bei der Herrichtung der Mahlzeit Teller und 
Schüsseln bereitgestellt werden, während die 
Haken und Ringe, wie bemerkt, zur Aufnahme 
von Feuerzangen, Schürhaken, Henkeltöpfen 
und anderem, die wagrechten Fussteile zum 
Aufspeichem der zerkleinerten Holzscheite 
dienten. Sie wurden schon im XIV. jahr- 
hundert in Eisen gegossen, häufiger jedoch 
geschmiedet. 
Neben dem Herde findet eine einfache Ruhebank oder ein grosser 
Lehnsessel Platz, gewöhnlich in einer Nische, welche durch eine eingebaute, 
schmale Holztreppe gebildet wird. Diese führt sowohl zu den oberen Räumen, 
dem Speicher, hinauf, wie zum Keller hinunter. An der Wand gegenüber 
dem Eingange öffnet sich über zwei Stufen eine kleine Tür zu den Schlaf- 
stuben und sonstigen Räumen des Hauses. Das Hauptmöbel der Schlafstube,
	        

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