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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 10)

Die grossen alten, die Kunst vergan- 
gener Jahrhunderte repräsentierenden 
Bauten sind zumeist heute noch bewohnt 
und waren es vielfach in der ganzen 
Zwischenzeit. Veränderungen am alten 
Bestande, Zubauten und vor allem neue 
Einrichtungen verwirren die Erscheinung, 
die nur selten eine einheitliche und 
geschlossene bleiben konnte. 
Dies vorausgeschickt, werden wir 
einen Überblick über das Gebotene am 
besten erlangen, wenn wir nicht den 
58 geschichtlichen Darstellungen ein- 
zelner Schlösser, sondern eher der über- 
sichtlicheren historischen Einführung 
folgen und uns das durch den künstleri- 
schen Charakter und die zeitliche Ent- 
stehung Zusammengehörige aneinander- 
reihen. 
Da tritt uns vor allem die früheste 
und grossartigste Raumbildung von spezi- 
fisch englischem Charakter entgegen, die 
mittelalterliche Halle, die einst zugleich 
Wohn- und Festraum, Speisesaal und 
Buntglasierler Hafnerkrug aus der Werkstätte des Versammlungsort war, welche der Be- 
PauLT-lilgäftinzlräiiilrgluüxhbarg.Mitte d? XYLJah" sitzer mit seinen Untergebenen teilte. Die 
gewerbemuseum H1 Koln) 
prächtige Ausbildung der freien Dach- 
stühle mit den kühnen und geschmackvollen Zimmerwerkskonstruktionen 
und den Dimensionen von Kirchendächern; das Getäfel der Wände und 
die grossen Fenster in ihnen, die oft vorn niedrigen Parapet bis an den 
Dachanfang reichen; die eingebauten geschnitzten Holzwände, welche 
Vorraum und Zugang abtrennen und die Galerie für die Sänger unterstützen 
(minstrels gallery), ja sogar Teile des Mobilars, die mächtigen Eichentische 
und Bänke für die Mannschaften sind noch in vielen schönen Beispielen 
erhalten und werden trefflich vorgeführt. Dann finden wir die I-Iaupträume 
aus dem Elisabethischen Haus durch glänzende Beispiele vertreten: die lange 
Galerie mit ihrer malerischen Wirkung, die prächtigen Stiegenhäuser mit 
ihrem geschnitzten I-Iolztreppeneinbau. Die heitere Pracht dieser Räume, 
welche zur ernsthaften Würde der Hallen einen Gegensatz bildet, ist durch 
ihre Ausstattung mit wertvollen Bildern und herrlichen Gobelins und 
bequemem Mobilar der lebhafte Ausdruck einer genussfreudigen und 
kunstsinnigen Zeit. Wenn sie auch mit einer grossen Kunstblüte anderer 
Länder zusamrnenfällt, wie jener Italiens, ist ihr Gestaltungstrieb in England 
doch so kräftig gewesen, dass die nachweisbaren ausländischen Einflüsse 

	        

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