MAK

Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 10)

Brustbildern deutscher, vorwiegend auf 
protestantischer Seite stehender Fürsten. 
Szenen aus dem alten und neuenTestament. 
Häufig findet sich die Darstellung der 
wunderbaren Rettung Jonas. Der Henkel 
der Krüge, welche der Zeit 1540 bis etwa 
1560 angehören, ist fast ausnahmslos zum 
Zopf gedreht. 
III. Andreas Preuning-Gruppe. Hafner- 
nerkrüge in ähnlicher Ausführung aus der 
zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts. Die 
Nischenbildung tritt zurück. Es überwiegen 
mit Blüten und Blättern besetzte Ranken. 
Der Henkel ist in der Regel glatt. Diese 
Gefässe sind vielleicht das Erzeugnis 
mehrerer Nürnberger Hafner oder der 
Witwe Anna Paulus Preuning; wir fassen 
sie aber unter dem Namen Andreas Preu- 
ning, welcher nach 1598 starb, wohl mit 
mehr Wahrscheinlichkeit auf das Richtige 
zusammen. 
IV. Sächsische Koller-Gruppe. Tiefblaue Glasur. Ockergelbe oder 
weisse, mit Buchenblättern besetzte Ranken. Bauchige Form der Krüge, 
glatter Henkel. 
V. Österreichische Gruppe. In Anlehnung an die Nürnberger Arbeiten. 
Ausgang des XVI. Jahrhunderts und Beginn des folgenden. Vorherrschen 
einer meergrünen Glasur. Die Farbflächen werden häufig durch Linien, 
welche in den noch weichen Ton eingeschnitten sind, voneinander getrennt. 
VI. Schlesische Gruppe. Die Studien über die schlesische Gefässkeramik 
sind noch nicht so weit gediehen, dass eine Aufstellung ihrer charak- 
teristischen Eigenschaften berechtigt erscheint. 
Zum Schlusse dieser Ausführungen kommen wir nochmals auf Paul 
Preuning zurück, weil Panzer unter seinen Nürnberger Porträten ein 
solches von Breining, den er als Handelsmann anführt, erwähnt. Das Blatt 
ist nicht häufig und fügen wir es daher bei. Der Dargestellte hatte im Jahre 
1593 das Alter von 67 Jahren, war somit x526 geboren und hätte folglich 
der Hafner Paulus Preuning, wenn es dieselbe Person ist, bereits im Alter 
von 22 Jahren eine Werkstätte selbständig geleitet. Dies ist möglich, hat 
aber wenig Wahrscheinlichkeit für sich. Trotzdem wird die Reproduktion 
des Blattes mit Rücksicht auf seine Seltenheit und den möglichen Zusammen- 
hang nicht ungelegen kommen. 
 
au"
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.