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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 10)

des heiligen Leopold in Kloster- 
neuburg, der 1810 eingeschmolzen 
wurde, war ein Werk des Olmützer 
Meisters Martin Baumgartner, der es 
in den Jahren 1549 bis 1553 fertigte. 
Frühzeitig organisierte sich eine 
Zunft, ihre Arbeiten wurden muster- 
gültig bis nach Schlesien hinein. 
Das Beschauzeichen ist im XVII. 
Jahrhundert ein einköpiiger nach 
heraldisch rechts gewandter Adler, 
dem Braun in einer Reihe von 
Arbeiten sachkundig nachgeht, so 
bei ein" Schöne" Kanne mit d" 3311133335 11'; (ÜÄÖFfÜEiÄSZZTZÜZF.TÄTFÄTI; 
Jahreszahl 1581 und dem Mono- Müllner?),Wien1S1g(Kat.Nr.89) 
gramm A. P. R. (?), die bisher für 
ein Aachener Stück gehalten wurde. Braun hat die meisten der sechzehn 
ausgestellten Olmützer Arbeiten bestimmen können, so lernen wir aus 
dem XVIII. Jahrhundert einen Meister Joh. Casper Müller mit einer 
silbernen Schale von 1718, einen Ignatius A. Pramlager mit einem vergol- 
deten Messkelch von 1708, einen Wolfgang und einen Franz Rossmayer mit 
Kelchen von 1714, 35, 39, 40, einen Johann Krafft und einen Johann Ignatz 
Freund mit einem Messbuchbeschlag und einem Zunftpokal von 1733 und 
1745 kennen. Auch über die Prager Verhältnisse werden wir gut orientiert. 
Prags Stellung als Kunststätte unter Karl IV. und Rudolf II. ist bekannt, es 
sind Glanzepochen in der Geschichte der Kunstpfiege in Österreich. Chytil, 
Jlg, Koula, Podlaha und Sittler haben darüber gearbeitet. Meisternamen der 
Rudolfinischen Epoche festzustellen ist schwierig, die Arbeiten für den Hof 
trugen weder Beschauzeichen noch Namenspunzen. Pazaurek hat für 1618 
einen Abraham Rychatt nachgewiesen, welchem Braun einen dem Grafen 
Nostitz gehörigen Strausseneipokal zuerkennen möchte. Ein Caspar Engel- 
mann kommt nach Pazaurek zu Ende des XVI. Jahrhunderts vor. Im 
XVII. Jahrhundert erscheinen zwei Prager Beschauzeichen, das der Altstadt 
und das Kleinseitner, das Altstädter zeigt eine dreitürmige Stadtmauer, in 
deren geöffnetem Tore ein Arm mit Schwert zu sehen ist, es erhält sich bis 
1776, früher ist es die Stadtmauer mit zwei Türmen und der Figur des 
heiligenWenzel. Von 1776 an ist das Prager Zeichen der böhmische gekrönte 
Löwe im ovalen Felde mit der Jahreszahl. Das Kleinseitner Beschauzeichen 
des XVII. Jahrhunderts hat zwei Türme mit Tor, darüber die Ziffern 16 und 
73, zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts hat die Mauer fünf Türmchen und 
darüber die Jahreszahl, dann drei grosse und zwei kleine Türme mit der 
Jahreszahl und im geöffneten Tore den böhmischen Löwen. Im XVII. und 
XVIII. Jahrhundert wird vor allem auf dem Gebiete der kirchlichen Kunst 
unermüdlich geschaffen, im Domschatz und in St. Loretto am Hradschin 
 
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