MAK

Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 11)

 
Weltausstellung zu St. Louis, B. Nalhanielsen. 
Schüssel, königl. Porzellanfabrik Kopenhagen 
 
Weltausstellung zu St. Louis, C. F. Liisberg, 
Schüssel, königl. Porzellanfabrik Kopenhagen 
Sie umgeben besonders die Ecke in der sich das Bett von Alfred Boucher 
befindet, welches aus Amaranthholz hergestellt und in Bronze verziert ist. 
Auch die Sitzmöbel, welche jene Ecke einnehmen, sind von Beauvais und 
im Louis XVI-Stil. So bildet diese Ecke einen Raum für sich, aber ohne 
den Gesamteindruck zu stören. Die übrigen Wände sind mit Möbeln und 
Vitrinen besetzt, die vollständig dem modernen Stil angehören, der sich hier 
ohne alle Extravaganzen präsentiert, und der, wie auch offiziell hervor- 
gehoben wird, nicht als Künstlerlaune oder auch als verwirklichter Künstler- 
traum gezeigt werden sollte, sondern in Exemplaren, die sich jedem Hause 
anpassen liessen. Man war jedenfalls dabei auf die Verkaufsmöglichkeiten 
bedacht. Die Rücksicht darauf hat die französischen Aussteller im Manu- 
fakturpalast sogar veranlasst, nur Louis XVI-Möbel zu bringen, da Amerika 
mit der Moderne noch zu wenig vertraut sei. 
Im Kunstpalast, wo nicht ganze Mobilare, sondern einzelne Stücke von 
Künstlerhand gezeigt werden sollten, ist man glücklicherweise von dieser 
Voraussetzung abgewichen. Da finden wir die Bibliothek von Bigaux, die 
zwar keine noch nie gesehenen Formen, aber sehr anmutige Linien zeigt, 
Möbel von Charpentier, Dufreine, Louis Majorelle, Theodore Lambert, 
Jean Dampt etc. Die Vitrinen enthalten herrliche Stücke von Albert-Louis 
Damourze, A. Caron, Emile Galle, Lucien Hirtz, Edmond Lachenal u. s. w., 
deren genaue Beschreibung hinfällig wird, weil leider Spezialaufnahmen hier 
selten gestattet waren und nur wenige Stücke mir für den Photographen- 
apparat zugänglich gemacht wurden. Lalique nahm mit zwei grossen Vitrinen 
die Mitte des Saales ein. Elfenbein, „Achat de corne", Email auf Krystall 
bildeten das Material für die Kolliers, die an Eigenartigkeit und künstlerischer 
Phantasie alles übertrafen, was hierzulande an Schmuck bisher noch gesehen 
worden ist.
	        

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