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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 11)

nordischen Meister 
kontrastiert. Noch 
mehrere Bilder doku- 
mentieren den Einfluss 
jener frühen Periode. 
Im übrigen haben 
wir es hauptsächlich mit 
Bildern zu tun, die in 
hellen Tönen das Frei- 
licht predigen. Manche 
so besonders einige 
von Edgar Farazyn, 
zeigen eine breite Be- 
handlung und bringen 
in grossen Massen die 
Eigentümlichkeit der 
heimatlichen Erde und 
der heimatlichen Be- 
wohner zum Ausdruck. 
Andere wieder, wie 
besonders Rudolf Paul 
Wytsmans „Alte Wei- 
den" zeigen hoch poten- 
zierte Beobachtung der 
Natur in allen Details, 
die, trotzdem das Gemälde direkt im Sonnenlichte entstanden zu sein 
scheint, Wiedergabe finden. In den See- oder Flussbildern ist holländische 
Beeinflussung am markantesten, so auch in Edgar Farazyns „Fischer 
und Netze", Ferdinand Willaerts „Alter Kana", Lucien Jottrands See- 
bilder, Ernest Hoorickx „Fähre auf der Schelde" oder Franz Hens' 
„Fischerboote". - Im Figuralischen finden wir auch sehr verschiedenartige 
Gemälde. „Ist das Venus?" ist zum Beispiel ein Bild, das ungemein viel 
technisches Können des noch sehr jugendlichen Künstlers verrät, 
aber eine durchaus dekadente Richtung. I-Ienri Thomas ist der Maler. Auf 
den Vorbildern der Renaissance, ganz besonders auf Van Dyck beruht 
die Kunst von Emil A. Vauthier. Sein Gemälde „Die Bemsteinkette" ist 
ein Beweis, dass die Bildniskunst in Belgien noch Vertreter hat, die ihr jene 
innige, vertiefte Gestaltung zu geben wissen, welche einst Belgiens Ruhm 
begründete. 
Von grosser Kraft, Tiefe der Empfindung und hoher technischer Voll- 
endung ist Boudrys „Das alte Lied". Die Beleuchtung - helle Abend- 
dämmerung - ist wunderbar durchgeführt und stimmt zu der Wehmut, 
welche in all den derben Gestalten zu zittern scheint, die das alte Lied 
anstimmen oder ihm lauschen. 
 
Weltausstellung zu St. Louis, Max Blondat, Waschbecken, Zinn
	        

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