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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 11)

Eines der Bil- 
der, das feineBeob- 
achtung zeigt, ist 
„Spinnende Bäuer- 
innen"vonDierckx. 
Als die Extreme 
belgisiihef Kunst Weltausstellung zu St. Louis, Porzellansehalen, durchbrochen mit 
könnte man das transluziden Ernailglasuren, Camille Naudot 
zartduftige Gemäl- 
de „Der blaue Flügel" von F. Khnopff und Leveques „Triumph des Todes" 
bezeichnen, auf dem mit echt nordischem Realismus die verschiedenartigen 
Gestalten wiedergegeben sind, die der Tod hinwegrafft, während sie mitten 
im Leben zu stehen wähnen. Also symbolistisch in der Tendenz, trotz 
realistischer Darstellung. 
Im allgemeinen stellt Belgiens Kunst in St. Louis das Ergebnis der 
letzten zehn Jahre dar. Aber einige Ausnahmen finden statt, so iinden 
wir Leempoels: „Le destin et Phumanite", ein Bild, das einst schon in 
Deutschland viel besprochen wurde: die vielen eigenartigen Hände, die 
sich zu dem geisterhaften Christuskopf emporstrecken, dann einige Bilder 
des verstorbenen Gustave Vanaise, besonders ein gutes Reiterbild des 
Grafen von Merode. 
In der Plastik weist Belgien viele originelle Arbeiten auf. Ein ganzer 
Saal in Belgiens Kunstabteilung ist Bronzestatuen und Reliefs gewidmet, 
ferner sind solche in allen belgischen Räumen verteilt und dann nimmt 
Belgiens Bildhauerei noch einen bedeutenden Raum in der internationalen 
Skulpturenhalle ein. 
Konstantin Meunier ist mit drei interessanten Arbeiten vertreten: 
„Ein Mann aus dern Volke", „Mineur von Borinage" und „Mineur in der 
Mine". Eine minder ernste und minder tiefe, aber liebenswürdige Kunst 
vertritt L. E. M. Jespers. Dessen „Aurora" - eine Kindergruppe, 
die vom Hahn zum Morgengruss geweckt wird - ist 
an Anmut, die ferne jeder Süsslichkeit steht, sondern 
ein gut Teil Realistik zeigt, nicht leicht zu übertreffen. 
T. J. Vincotte, besonders seine „Meduse", zeigt eine 
eigentümliche Verquickung antiker Ideale mit vlämischen 
Formen. Durch sehr charaktervolle Porträtbüsten 
zeichnet sich Belgien ebenfalls aus. Einige Hotte Ent- 
Würfe für Plakate erregen die Aufmerksamkeit im 
. Kunstpalast, so besonders der Entwurf von Ch. Michel. 
Ausserdem hat Belgiens Kunstgewerbe im Kunst- 
palast keinen Raum gefunden und ist, wie über- 
W"_""S'"1I""E z" Sh haupt die ganze übrige Ausstellung Belgiens, auf 
Louis, Porz ellangruppe, „ .. - 
dessen Staatsgebaude beschrankt. Jenes macht einen 
französisch, „Hera und __ 
Minder" etwas überladenen Eindruck durch die Uberfülle. Das 
 

	        

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