MAK

Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 11)

Kunstgewerbe ist - mit Aus- 
nahme von schmiedeisernen und 
andern Schülerarbeiten an den 
Wänden der Gewerbeschulaus- 
Stellungen - ausschliesslich 
in den vier Innenräumen zu 
suchen, welche in den Kuppel- 
raum eingebaut sind. Hier gibt 
es ein Renaissancezimmer, ein 
vlämisches Zimmer, ein Rokoko- 
zimmer und einen modernen 
Raum. Der letztere ist im Stil 
Van der Veldes ausgestattet. Die 
Möbel sind aus hellem gelblichem 
Holze mit gelbroter Polsterung, 
die durch langstielige Blüten in 
der Holzfarbe belebt wird. Das 
Renaissance- oder königliche 
Zimmer ist durch sehr mässige Porträts der königlichen Familie 
geschmückt, die gegen die sehr guten Kopien alter Meister im selben 
Raume gewaltig kontrastieren. Möbel, Behänge, Marmorwerk sind von 
edlen Formen und den besten Vorbildern der Renaissance nach- 
geahmt. Jules Waellert hat das Mobilar hergestellt, die Filathures 
d'Ath die Damasttapeten. Ausserdem haben die Firmen Henry Baes, 
Derman und Washer für die Dekorationen, Leonce für die Marmor- 
arbeiten gesorgt. 
Das vlämische Zimmer aus dem XVI. Jahrhundert wirkt nicht nur echt 
und stilgerecht, sondern auch sehr wohnlich. ]ou. de Brouwer ist im Verein 
mit einer Anzahl Mitarbeitern das Gelingen des höchst stimmungsvollen 
Raumes zu verdanken. Die Wandgemälde, welche friesähnlich den Raum 
umschliessen, sind von E. Rommelaere gemalt. 
 
Weltausstellung zu St. Louis, Porzellanvasen, französisch 
HOLLAND. Im Kunstpalast hat man die Einrichtung getroffen, 
dass der eine Flügel von den lateinischen Nationen, der andere von 
den anglosächsischen eingenommen wird. Dieser Sonderung ist 
es zuzuschreiben, dass die Nachbarlande Belgien und Holland hier 
auf ganz getrennten Gebieten liegen. Die Einrichtung scheint mir 
doch nicht ganz richtig, denn, wie gesagt, existiert eine gewisse Ver- 
wandtschaft in der Kunst der Nachbarländer, wenigstens unter ver- 
schiedenen der Künstler. Holland hat viel von seinen weltberühmten 
Grossen der Moderne gesandt, darunter manches, das europäischen 
Besuchern fremd sein mag, da es vom Atelier aus in amerikanischen 
Privatbesitz übergegangen ist, so vor allem Israels „Der Schreiber", ein 
Gemälde, welches die ganze Kraft, eigenartige Technik und den düsteren
	        

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