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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 11)

Verkleinern Abbildung aus dem Werke "Hochzeit des Figaro" von Moritz von Schwind 
die in Trompeten und Pauken zu endigen scheint. Sogleich tritt das erste 
Thema auf, der zarteste, gebildetste und feinste Scherz, den man sich denken 
kann, das zweite zum Scherz ernsthaft, kaum zu unterscheiden unter der 
zartesten Verwirrung von Läufen und fugirten Übergängen, als wollte sie's 
den ersten Ouverturen vorthun. Endlich überlaufen sie die Themas und 
enden mit einer Art von Spott in den Läuten, die einem greinenden Bass 
antworten und dann mit palastartigen Trompetenstössen. Breite Stiegen, 
Diener, Graf und Gräfin, Liebe -das muss kommen. Der Vorhang geht auf 
und der Cameriere in dunkelrothem Sammt voll Gold misst den Raum für 
ein Brautbett, o unschätzbarster aller Eingänge! Den Gang der Sache weiss 
man und ich will nun von den Personen sprechen. Graf und Gräfin sind von 
der tiefsten Wahrheit. Er ein feuriger, nobler, tiefer Libertin, der nichts 
geniessen will, was er nicht erringen muss, im Begehren viel glücklicher 
und einheimischer als im Zugreifen. Darum kömmt er auch zu nichts. Die 
Gräfin liebt er, kann sich aber nicht anders äussern, als galant oder eifer- 
süchtig, denn sie enthält sich aus Anstand und aus übelverstandener Achtung 
gegen ihren Gemahl aller Ausgelassenheit, ohne die er nicht bestehen kann.
	        

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