MAK

Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 11)

Vogelstudie von Harold Falkner 
 
hedingungen bestimmte dreieckige Form hat manch ungünstiges für die innere Dispo- 
sition zur Folge, aber das äussere Bild dieses Dreiecks, dessen Spitze halbkreisförmig 
durch eine Säulenhalle abgerundet wird, von Wasserarmen eingefasst, bildet doch etwas 
sehr Originelles. Und es ist nicht ohne besonderen Reiz, in diesem Bereich zwischen den 
Stilen zu wandeln. Das Charakteristische des neuen Museums, das für Berlin einen grossen 
Entwicklungsfortschritt bedeutet, erkennt man darin, dass hier konsequent versucht 
wurde, statt der Aufstapelung von Kunstwerken eine künstlerisch im Geiste ihrer Zeit 
belebte Inszenierung zu bieten. 
Und für dieses Ziel wurde soviel erreicht, dass man bei den ersten Eindrücken sich 
gern der Fehler aufspürenden Kritik begibt und sich am Gelungenen freut. 
Geschmack hat hier Bilder, Plastiken mit einzelnen erlesenen Möbeln zu harmoni- 
schen Ensembles vereinigt und Wand, Decke und Türen als einen Schönheitsrahmen 
um sie geführt. Die Nüchternheit, das Schulmässige, das in unseren Sammlungen oft den 
Eindruck erweckte, als wären die Werke alter Kunst nur zur Arbeit, nicht auch zum 
Geniessen da, ward hier endgültig überwunden. Und feiner Takt hat vermieden, dass etwa 
ein übertriebenes Meiningertum der Ausstattung sich breit mache und - was in unserer 
Periode dekorativer Überschätzung leicht geschieht -- die „angewandte" Kunst die 
wirkliche Kunst drücke. 
Mit weiser Ökonomie und kluger Sachlichkeit ging der Verweser des neuen Kunst- 
hauses, Wilhelm Bode, zu Werke. 
I-Iauptwert ward auf die gute Belichtung gelegt und auf das Hängen. Keine über- 
ladenen bildergepflasterten Wände schrecken ab. Wie bei einem Amateur sind in dieser 
umfangreichen Galerie die Gemälde disponiert. Sie decken nicht die Wände, sie hängen 
wohl abgemessen ein-, höchstens zweireihig auf einem harmonischen Hintergrund.
	        

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