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Volltext: Monatszeitschrift VII (1904 / Heft 12)

„Sphinx" behandelt und auch Andrea Taver- 
niers „Das Leben ein Traum". Letzteres Bild 
- das Werk eines sehr jungen Künstlers - war 
mir besonders sympathisch. Die Phasen des 
Lebens, das dahin schwindet rasch wie ein 
Traum, sind in dem Triptychon ohne über- 
triebenes Pathos in traumhaft visionärer Weise 
behandelt. Aber doch scheinen die Gestalten 
Fleisch und Blut zu haben und eine mit ihnen 
harmonierende Landschaft umgibt sie. Eine 
gedämpfte aber warme Farbenskala ist an- 
gewendet. Manche Bilder von Angelo Morbelli 
zeigen auch eine ähnliche Technik. Das beste 
Bildnis, zugleich ein Meisterstück an kolo- 
ristischer Behandlung, ist Antonio Mancisin 
(Rom) Porträt des Marchese de 
Grille. Als farbenkräftige Gemälde, 
die aber mit ihrer lebhaften Vor- 
tragsweise eindrucksvoll wirken, 
sind Cesare Laurentis Bilder zu 
erwähnen und Antonio Rizzi leistet 
an farbenfreudigen und dabei sehr 
richtig beobachteten Bildern 
„Bauernmädchen" im Freilicht und 
eine „Genesende" zwischen bun- 
ten Kissen und Decken wohl das . 
Bedeutendste. „Ist das Christus" Weltausstellung zu  Ezrxrxslgsarlo Fontana, „Dante 
betitelt sich ein eigentümliches 
Bild, welches eine Schaar Gläubiger auf einer Bergeshöhe darstellt, die eine 
Lichterscheinung beobachten. Lorenzo Delleani aus Turin hat es gemalt. 
Minder befriedigt die „Himmelfahrt" von Morbelli, eine pretentiöse, aber 
schwache Leistung in präraphaelitischer Manier. 
Auf landschaftlichem Gebiete steht Gaetano Espositos „Hafen von 
Neapel" voran. Das Werk eines jungen Künstlers, der den Reiz der durch- 
sichtigen Fluten vorzüglich wiederzugeben weiss. Petro Gabrinis „An der 
See" ist ebenfalls ein Bild von bedeutenden Vorzügen. „Die Perle", ein 
junges Weib mit zartem Körper, das sich eben den Fluten anvertrauen 
will, ist ein Gemälde von schmelzvoller Farbenpracht und sehr schönen 
edlen Linien in dem Akt. Luigi Gioli, ein junger Florentiner, hat zwei Bilder 
geliefert, die zwar etwas trockene Farbe aufweisen, aber durch ihre vor- 
zügliche Zeichnung hervorstechen, „Trinkende Pferde" und „Das Dreschen". 
Besonders ist die lebensvolle Wiedergabe der Pferde bemerkenswert. 
Natale Attanasio (Rom), Allesandro Battaglia, ebenfalls aus Rom und 
Leonardo Bazzaro aus Mailand sind noch in erster Linie zu nennen. 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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