MAK

Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 2)

Steinlaterne in Miyajima 
 
buddhistischen Toriif zeigen oben nach einwärts geneigte Ständer und 
nach aufwärts gekrümmte Querbalken mit einem Zwischensteg, an dem 
häufig Schrifttafeln befestigt sind. Dieses augenscheinlich der Holz- 
konstruktion entnommene in seiner Ursprünglichkeit und Schlichtheit 
anziehende Baumotiv zeigt dieselben glatten runden Ständer und kantigen 
Querbalken, ob Holz, Stein oder Bronze in Verwendung tritt. Die An- 
wendung des Materials hängt mehr von den Dimensionen und dem 
entfalteten Prunk ab und hat auf die Durchbildung des Details nahezu gar 
keinen Einfiuß. 
Ebenso finden wir das zu dekorativer Wirkung häufig so glücklich 
verwendete Motiv der Laternenständer als Schmuck von Terrassenrändern 
und Zugangswegen, Treppenaufgängen, in Einzelstellung und Reihung, in 
Holz, Stein und Bronze, sogar auch in Porzellan durchgeführt. Der auf 
verjüngtem, polygonalem oder rundem Sockel aufstrebende Säulenschaft 
trägt das überdachte Latemengehäuse von traditionellen Grundformen, 
die für alle Materialien imWesen dieselben bleiben. Hier werden dem konserva- 
tiven Festhalten tradiüoneller Grundformen große technische Konzessionen 
gemacht, die dem europäischen Empfinden fremdartig erscheinen. Trotzdem 
zeigen alle Details kunstgewerblicher Arbeiten die Fähigkeit der Japaner, 
jedem Material den ihm eigenen Reiz abzugewinnen und die ihm eigenen 
natürlichen Eigenschaften auszubilden. Das Kunstgewerbe ist darin weit 
entwickelter und fortgeschrittener wie die Baukunst, die ja viel mehr von der 
Tradition, von alten Regeln und Vorschriften abhängig bleibt. Wir haben 
" Transaclions and Proceedings of the japnn-Society, London x896-18g7.
	        

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