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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 2)

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Wappen, welches zu Füßen eines mit 
dem Dreschfiegel ausgerüsteten Bauern 
ruht. Als Symbol der Glaubensfreiheit, 
Vaterlandstreue und der Anhänglichkeit 
an den Kaiser Findet dieses Zeichen in 
der reformatorischen Bewegung häufige 
Verwendung und die Idee, nur Gott und 
dem Kaiser Knecht zu sein, wird durch 
die Darstellung des Gekreuzigten und 
eines Eichenzweiges zum Ausdruck ge- 
bracht. 
Die schönsten und besten Exemplare 
seiner Krüge hat Preuning am Krugrande 
mit einem mauerartigen, von Türmen 
besetzten Aufbau ausgestattet. Neben 
dem bereits erwähnten schönen Exem- 
plar des Kölner Kunstgewerbemuseums 
nennen wir hier noch den Krug der 
Sammlung Baron Nathaniel Rothschilds 
und jenen des Hohenzollern-Museums in 
Sigmaringen. Der erstere zeigt uns in der 
Krugnische ein Nürnberger Gesellen- 
stechen mit freistehenden Figuren, der 
letztere hinter den oben angebrachten 
Rundtürmen kleine Häuschen, welche an 
4 __ die Kaithauserzellen erinnern und aus 
grxfilzätüzämläzizfflrrä Ivsilsfkääätegilf: denen vollrunde Figuren, wohl Mönche 
Museum in Sigrnaringen) herauslugen ä eine Darstellung, die ver- 
mutlich über die strengen Verpflichtungen 
der Karthausermönche, insbesondere über das Gebot ihrer vollständigen 
Abgeschlossenheit von der Welt spottet. Die Altgläubigkeit der Karthause, 
welche als letztes Kloster den Wünschen des Stadtrates auf halbem Wege 
entgegenkam und die im Jahre 1524 durch die Klosterväter erfolgte Absetzung 
des evangelisch denkenden Priors Blasius Stöckel blieb eben den Reformierten 
in langer Erinnerung. 
Als Vorläufer der Preuningschen Gefäßtype kann der sogenannte Hoch- 
zeitskrug Luthers im Besitze der Frau Susette Sattler in Schweinfurt gelten. 
Es ist ein einfaches, nur mit Rosetten belegtes Exemplar, auf dessen glatter 
Wandung kein Geringerer als Lukas Cranach die Brustbilder Luthers und 
der Katharina von Bora aufgemalt hat. 
Wie lange der Hafner Paul Preuning seinem Handwerk nachgegangen 
und wann er gestorben ist, ließ sich bisher nicht ermitteln. Im IV. Jahrgang 
des Kunstgewerbeblattes publiziert Hans Bösch das Verzeichnis der zu 
Nürnberg in der Zeit von 1520 bis 1572 verstorbenen Hafnermeister auf
	        

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