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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 1)

 
joseph Crawhall, Stierkampf in Algöciras 
bekannt war und von allen zu schauen gewünscht wurde. Der zwingende 
Reiz der mittelalterlichen Kunstwerke auf den modernen Beschauer ruht 
daher auch zum großen Teile auf dem Eindrucke der absoluten Sicherheit, 
des Nichtandersseinkönnens, den diese Werke noch heute erwecken. 
Aber selbst abgesehen von einzelnen Ausnahmen, wie sie namentlich 
in der ersten Hälfte des XIII. jahrhunderts fast eine Revolution hervorzurufen 
am Wege schienen, konnte das persönliche Moment auch im mittelalterlichen 
Kunstschaffen schon darum nicht so ganz und gar gefehlt haben, als es ja 
sonst nicht zu einer Entwicklung gekommen wäre, wie sie durch die kunst- 
geschichtliche Forschung längst festgestellt worden ist. Wenn selbst die 
Notare der Kaiserurkunden in den typischen Formeln einzelne Lieblings- 
wendungen und Ausdrücke einzuHechten wußten, an denen die moderne 
diplomatische Forschung, ihre wenn auch anonymen Individualitäten fest- 
zustellen vermocht hat, so wird man dies um so eher von den Vorgängen 
bei der Entstehung von Kunstwerken voraussetzen müssen. Wenn aber 
bis jetzt noch kein Gebiet der letzteren so eingehend wie die Kaiserurkunden 
auf die Individualitäten der einst an seinem Zustandekommen beteiligt 
gewesenen Kräfte behandelt werden konnte, so liegt dies hauptsächlich an 
der Schwierigkeit, die der Datierung in den häuiigsten Fällen entbehrenden 
Kunstwerke zu kleineren zeitlichen und lokalen Gruppen zusammenzufassen, 
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