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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 1)

Maurinus-Schrein in Köln, Eckpfeilerplatte 
von Fridericus, um nBo 
beiden Gruppen über das XI. Jahrhundert 
hinweg herstellen. Von dem durch Falke 
publizierten Material wäre da bloß der 
Andreas-Tragaltar zu Trier zu erwähnen, 
der wenigstens nach einer Richtung Anhalts- 
punkte an die Hand geben könnte, doch 
würde es zu weit führen, an dieser Stelle 
darauf einzugehen. 
Da es an deutschen Emaildenkmalen 
aus dem XI. Jahrhundert in der Düssel- 
dorfer Ausstellung gebrach, hat Falke dafür 
die in die gleiche Zeit fallenden Niellowerke 
des Mönches Rogkerus von Helmershausen 
in die Publikation aufgenommen. Wir 
können ihm nicht genug dafür danken, nicht 
so sehr darum, weil man in ihrem Erzeuger 
seit Ilgs Herausgabe von Theophilus' diver- 
sarum artium schedula den Autor dieser 
unschätzbaren Quellenschrift vermutet, son- 
dern weil man an diesen höchst merk- 
würdigen Nielloarbeiten schärfer und greif- 
barer als irgendwo beobachten kann, worauf 
es dem deutschen Meister zum Unter- 
schiede von seinem byzantinischen Kollegen 
bei der Behandlung der Figuren ankam. 
Während der Oströmer (Abbildung Seite r I) 
die einzelnen Glieder des Körpers unter 
einer uniformen farbigen Hülleverschwinden 
läßt, in der die linear angedeuteten Falten 
bloß eine flüchtige Anweisung auf die 
Tiefendimension geben, zeigt sich Rogkerus 
(Abbildung Seite 12) bemüht, sich über 
jedes erhabene Glied unter der Gewandung 
im einzelnen klar zu werden, dasselbe zu 
umgrenzen und durch entsprechende Be- 
handlung der Fältelung zu modellieren. Daß 
dadurch alle Glieder in gleiche Reliefhöhe 
gebracht wurden, scheint uns heute freilich 
vom Standpunkte der (subjektiven) Natur- 
Wahrheit störend, und wir sind daher geneigt, 
den Byzantiner, der die Einzelheiten hinter 
dem farbigen Gesamteindruck verschwinden 
ließ, für den reiferen Künstler zu halten. Man braucht aber bloß die darauf- 
folgende Entwicklung an den Emails des XII. Jahrhunderts zu verfolgen,
	        

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