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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 1)

Elisabeth-Schrein in Marburg 
Das dritte Stadium ist jenes der vollen Reife; auch zu dieser Zeit steht 
ein überragender Meister im Mittelpunkte, der aber diesmal vorläufig 
anonym bleibt und von Falke als „Meister des Annoschreins" bezeichnet 
wird. Diese Schlußperiode hat die glänzendsten Werke wie den Dreikönig- 
Schrein im Kölner Dome (Abbildung Seite I5) hervorgebracht, aber sie 
verrät sich andrerseits auch als Vorläufen-in des Endes, indem sich die 
Emailkunst zu dieser Zeit bereits wesentlich auf die Dekoration unter- 
geordneter Flächen beschränkte, während die Figuren fast ausnahmslos 
durch Treibarbeit hergestellt wurden: dem gesteigerten haptischen Bedürfnis 
vermochte an der menschlichen Figur das Email offenbar nicht mehr Genüge 
zu leisten. Kennzeichnend für die Werke dieser Periode sind die überaus 
flüssigen Linien, namentlich in den Silhouetten der dekorativen Tierfiguren 
(Abbildung Seite x5), die in der Regel in wenig gravierten Goldbronze- 
flächen auf kobaltblauen Emailgrund gesetzt wurden. Ferner begegnen in 
dieser Schlußperiode mit zunehmender Häufigkeit geometrische Ornamente 
in aufgelöteten Zellen, die mit den Gruben, in die sie gebettet sind, das 
gemischte Email ergeben. Also in der Hauptsache - den Figuren - ein
	        

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