MAK

Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 1)

Hildesheimer Schmelzplatte der Welandus-Gruppe 
 
Verlassen des hiefür unzulänglich gewordenen Emails, in der Neben- 
sache - den einfassenden Leisten - der Rückschlag in das anfängliche 
Extrem: dieser Prozeß ließ nichts anderes erwarten, als das Ver- 
schwinden der rheinischen Grubenemailkunst in der zweiten Hälfte des 
XIII. Jahrhunderts, das heißt mit dem Anbruche der gotischen Periode. Der 
„Tiefschnittschmelz" auf Silber, von welchem Falke einige lehrreiche 
Beispiele aus dem XIV. Jahrhundert beizubringen gewußt hat, kann sich 
an kunsthistorischer Bedeutung mit seinem Vorgänger nicht entfernt messen. 
Denn das gotische Kunstwollen verfügte über andere, zusagendere und 
wirkungsvollere Mittel zu seiner Befriedigung als das Email. 
Von nichtrheinischen Emailschulen hat nur die niederlothringische von 
der Maas die besondere Aufmerksamkeit Falkes auf sich gezogen, weil sie 
nicht allein benachbart war, sondern auch sehr bestimmenden EinHuß auf 
die rheinische Entwicklung ausgeübt hat, wie soeben an der großen Wand- 
lung im Schaffen des Fridericus von St. Pantaleon in Köln gezeigt worden 
ist. Hauptmeister war hier Godefroy de Claire, zeitlich parallel mit Eilbertus 
und mit Fridericus während dessen erster Periode. Als Romane sieht Gode- 
froy de Claire (Abbildung Seite 17 bis I9) mehr auf das Ganze als die 
Deutschen; seine Falten umschreiben nicht so ängstlich die einzelnen Teile 
und sind auch spärlicher gesät, aber sie verraten einen Zug zur Größe und 
das unterscheidet sie wiederum von den byzantinischen. Auch ist bei 
dem Maastrichter Meister die haptische Treibarbeit von vornherein sehr 
beliebt, während Fridericus überwiegend, sogar noch in seiner zweiten 
Periode, emaillierte Figuren verwendet hat. So erklärt sich, daß Fridericus
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.