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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 1)

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Schmelzkästchen, Sammlung Pierponx Morgan 
in seinem Drange, dem fortschreitenden Zuge der Zeit zu folgen, gerade 
bei dem romanischen Meister von der Maas fruchtbare Anregung gefunden hat. 
Angesichts dieser Empfänglichkeit der deutschen Emailleure für den 
von Lothringen ausgehenden hohen Stil müßte es wundernehmen, wenn der 
größte Erfinder unter diesen Ostfranzosen, der Meister Nikolaus von Verdun, 
keine Nachfolge auf dem benachbarten deutschen Gebiete gefunden hätte. In 
der Tat hat Falke eine kleine Anzahl von Arbeiten zusammenzustellen 
vermocht, an denen namentlich eine der charakteristischen Faltengebung 
der Figuren des Klosterneuburger Altars nächst verwandte Weise zu 
beobachten ist (Abbildung Seite 20) und die sich in Trier, der weit nach 
Westen vorgeschobenen Moselstadt, lokalisieren lassen. Es läßt sich freilich 
nicht leugnen, daß der große Wurf des Lothringer Meisters unter den deut- 
schen Händen eine Wendung ins kleinliche genommen hat. 
Sehr bedeutende Werke sind endlich in Aachen entstanden, das so wie 
geographisch auch in Bezug auf seine Emailkunst eine Mittelstellung zwischen 
Köln und dem Maasgebiet einnimmt, jedoch so, daß es den unmittelbaren 
Anstoß wohl vom deutschen Köln empfangen haben muß. Es sind lauter 
Prachtwerke der Spätzeit, wie der Sarkophag Karls des Großen und der 
Marien-Schrein zu Aachen und der Elisabeth-Schrein zu Marburg (Abbil- 
dung Seite 2x) mit gewaltig ausladenden Reliefs und Firstkärnmen auf den 
kirchenartigenReliquiaren, aber beiVerwendung des Emails in einerverhältnis- 
mäßig untergeordneten Rolle. 
Ein Schlußkapitel wurde den Emailarbeiten gewidmet, die mit Hildes- 
heim und mit Westfalen in Verbindung gebracht werden können (Abbildungen 
Seite 22 und 23). In dieser Beziehung war das Material der Ausstellung
	        

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