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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 1)

die zu besonderer Geltung 
gebrachte, weil im eminen- 
ten Interesse der praktischen 
Ziele der gewerblichen 
Schulen gelegene Betonung 
der dekorativen Umwertung 
von Naturformen, die teils 
im Kurse Öizek, teils im 
Kurse Hammel zum Aus- 
drucke gebracht wurden. 
Die Übungen im geome- 
trischen Ornamente be- 
zwecken die Erzielung von 
dekorativen, dem Gebrauchs- 
zwecke und dem Aus- 
führungsmateriale ange- 
paßtenWirkungen unter Zu- 
grundelegung geometrischer 
Elementarformen durch 
selbständig von den 
Schülern durchzuführende 
Reihungen oder Gruppie- , __ , _ 
_ Die glucklichen Eltern, Wien, um 1760 (Kunstgewerbemuseum 
rungen dieser Formele- „1 Bann) 
mentei", unterscheiden sich 
also wesentlich von dem bisherigen Vorgange in der Pflege des geometrischen 
Ornamentes im Freihandzeichnen, bei welchem geometrische Konstruk- 
tionen aus freier Hand nach Vorzeichnungen an der Tafel und nach 
Vorlagen, also bloß Kopien, dargestellt worden sind. 
Eine ganz hervorragende Bedeutung kommt der Umwertung von 
Naturforrnen zu, da dieselbe das Endziel des Unterrichtes im rein dekorativen 
Zeichnen auf Grundlage aller vorangegangenen Übungen darstellt. In diese 
Gruppe fällt bekanntlich das „Stilisieren" im allgemein gebräuchlichen Sinne 
des Wortes, dann zählen hieher noch jene Gebilde, die bloß auf der Ver- 
wendung einzelner, aus tektonischen, farbigen oder struktiven Eigentümlich- 
keiten von Naturformen geschöpften Anregungen basieren und letztere dem 
Zwecke und Materiale des zu schaffenden Gegenstandes anzupassen suchen, 
also rein individuelle, von der als Behelf benützten Naturform mehr oder 
minder unabhängige Gestaltungen bilden; nach Auffassung und Durchführung 
ist das Vorbild wenig oder gar nicht zu erkennen, dagegen ist der Phantasie 
hier ein unbegrenztes Feld eingeräumt. 
In vielen hunderten von Beispielen lagen derartige Arbeiten vor, deren 
Motive aus Schmetterlingen, Muscheln, Schnecken, Vogelfiügeln, Blättern, 
" Meist aus farbigem Papier ausgeschnitten; mit Hilfe dieser leicht verschiebbaren Behelfe werden dann 
Versuche in der Anordnung von gefällig wirkenden und richtig verteilten Anordnungen in verschiedenen 
Kombinationen hergestellt. 
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