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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 1)

derer Wert wurde ferner 
beim Möbelzeichnen auf 
einfache Ausführung und 
perspektivische Darstellung 
der Entwürfe gelegt, weil 
letztere Art der Versinn- 
lichung eines Objektes für 
den Laien sofort verständ- 
lich ist und weil sie bei der 
Entwurfarbeit den nicht zu 
unterschätzenden Vorteil 
bietet, daß alle drei 
Dimensionen gleichzeitig in 
Betracht gezogen werden 
müssen, wodurch die de- 
korative Gesamtwirkung 
erheblich leichter beur- 
teilt und richtiger konzipiert 
werden kann, als bei der _ , 
Darstellung in orthogonaler D" m""h31'l'ZililgliliiiiiiiliililieäZZISläii)(smmmg 
Projektion. 
Die Prinzipien der ornamentalen Schrift, wie sie im Kurse v. Larisch 
gelehrt werden, sind von früher her erinnerlich; nebst dem großen Vorteile, 
daß die Schrift jetzt nicht mehr wie früher gezeichnet, sondern, da jeder 
Buchstabe in einem Zuge frei hingesetzt werden muß, geschrieben wird, 
daß Wert auf die richtige Schriftverteilung, auf die Wahrung des individuellen 
Schriftcharakters, auf ästhetisch befriedigende Raumverteilung, auf An- 
passung der Schrift an den Charakter der Zeichnung und trotz aller dieser 
Forderungen auch auf leichte Leserlichkeit gelegt wird, resultiert auch noch 
als erfreuliches Ergebnis, daß dem früher zum Schaden des Zeichenunter- 
richtes geübten Unfuge der geometrischen Konstruktion der einzelnen Buch- 
staben, bei welchem oft für einen derselben vier bis fünf Zirkelschläge und 
ein kompliziertes Netzwerk angewendet werden mußten, hoffentlich für 
immer wirksam gesteuert ist und daß die Schüler jetzt in der Lage sind, 
ihre Zeichnungen gefällig und nett in wenigen Minuten zu beschreiben, 
während sie früher Stunden lang zu konstruieren und zu linieren hatten 
und damit kostbare Zeit verloren. 
Der Kurs v. Kenner hat das Studium der menschlichen Gestalt zum 
Gegenstande gehabt und zwar als I-Iilfsfach für Bildhauer und Modelleure, 
sowie für die Vertreter jener kunstgewerblichen Zweige, bei welchen figurale 
Darstellungen von Belang sind. Das Hauptgewicht wurde auf das Studium 
der Gesamterscheinung (Ruhe) und Proportionalität gelegt und erst dann 
zum vergleichenden Zeichnen zweier menschlicher Körper und zum Studium 
nach dem bewegten Modelle übergegangen. 

	        

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