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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 1)

 
Erläuterungen, wiederholtem Einüben und den erwähnten 
zeichnerischen (Gedächtnis) Übungen dürfte es möglich 
sein, selbst weniger befähigten Schülern und jenen mit 
geringer Vorbildung die erforderliche Sicherheit im 
Erfassen und Bestimmen sowie in der verständnisvollen 
Wiedergabe von Kunstgebilden aus früherer Zeit zu 
vermitteln. 
Was nun die zweite Partie der Ausstellung, die 
Schülerarbeitenanbelangt, so kann mit Befriedigung 
konstatiert werden, daß dieselbe die gehegten Erwar- 
tungen übertroffen und den Beweis dafür geliefert hat, 
daß die durch die Fachkurse in mühevoller Arbeit seit 
Jahren propagierte methodische Durchbildung der Funda- 
mente des Zeichenunterrichtes im allgemeinen gute, 
in einer erheblichen Zahl von Fällen aber treffliche 
Resultate zu zeitigen vermochte. In erstaunlich kurzer 
Zeit hat sich fast bei allen Schulen, dank der anerkennens- 
werten Tätigkeit der leitenden und lehrenden Organe, der 
Umbildungsprozeß vollzogen und was die Hauptsache 
ist, ausnahmslos wird konstatiert, daß die Arbeitslust und 
die Schaffensfreudigkeit der Schüler in außerordentlichem 
Maße gestiegen ist und daß jetzt überall ein frisches fröh- 
Komposition liches Streben herrscht. Als ein nicht ganz nebensäch- 
von jrr-nziskß 1M- liches Moment verdient auch hervorgehoben zu werden, 
ma""'"ä',{„,f,f;,""'"'s' daß die ursprüngliche Befürchtung einer Störung der 
Schuldisziplin durch die jetzt notwendig gewordene freiere 
Bewegung der Schüler nicht nur nicht zugetroffen, sondern daß im Gegen- 
teile eine Besserung des disziplinaren Verhaltens infolge des großen Inter- 
esses, das die Schüler jetzt am Zeichenunterrichte haben, wahrzunehmen 
ist. Diese immerhin erfreulichen Erscheinungen finden ihre Erklärung darin, 
daß den Schülern nunmehr Gelegenheit zur Betätigung ihres eigenen 
Könnens und zur Entfaltung ihrer individuellen Begabung gegeben wird. 
 
Handspiegel aus Silber von Sergius Hruby (Fachkurse Salzburg)
	        

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