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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 1)

licher Schritt nach rückwärts wäre; derselbe er- 
weist sich auch als eine treffliche Vorbereitung 
für die Vermittlung der erforderlichen Fertigkeit 
im Skizzieren, sowie für die im weiteren Ver- 
laufe des Unterrichtes zu pflegenden Übungen 
im fachlichen Zeichnen. 
Ein Hauptziel der Unterweisung, die ver- 
ständnisvolle und sorgfältige Durchbildung von 
Formen und Konturen, wird durch die Pinsel- 
übungen durchaus nicht beeinträchtigt, sondern 
nur gefördert. 
I-Iinzuzufügen ist noch, daß die Ausstellung 
nicht unter dem Gesichtspunkte betrachtet 
werden durfte, daß schon alle bis jetzt erzielten 
methodischen Errungenschaften bei derselben 
in ihrer Gänze zum Ausdrucke gebracht waren 
und daß durchaus nur einwandfreie Leistungen 
vorgelegen sind; im Gegenteile, es fehlten noch 
mehrere ganz wichtige Kapitel, weil die bezüg- 
lichen Fortschritte an und für sich zu neu 
sind und erfahrungsgemäß nur langsam diffun- 
dieren, andererseits aber haben sich, wenn 
auch nur vereinzelt, wie es ja unvermeidlich 
ist, mehr oder minder belangreiche Verirrungen 
gezeigt. 
So konnte zum Beispiel konstatiert werden, 
daß das wichtige Erinnerungs- und Gedächtnis- 
zeichnen, die Übungen im Vergrößern, dann die 
Übungen im geometrischen und abstrakten 
Ornamente in noch viel zu geringem Maße 
Hemdisch" Entwurf von R zum kultiviert werden, daß an Stelle von Stilisierun- 
(Fachkurs: Salzburg) gen manchmal nur rein naturalistische Gebilde 
vorlagen, daß auch dort mit dem Bleistift kon- 
turiert wird, wo der Pinsel allein zur Wirkung zu bringen gewesen wäre, 
daß die Schrift trotz der unverkennbar hervortretenden Fortschritte nicht 
immer richtig angewendet erscheint, daß sie insbesondere in Fällen, wo ihr 
nur eine sekundäre Bedeutung zukommt, zu vordringlich auftritt, daß die 
Leserlichkeit nicht immer gewahrt ist, daß beim Piianzenstudium von der 
Wiedergabe der Naturform viel zu rasch zum Stilisieren übergegangen 
wird, ohne vorher möglichst viele Varianten zu schaffen und andere 
mehr. 
Bei der besonderen Willigkeit, mit der die Lehrerschaft allen gegebenen 
Anregungen folgt, ist eine baldige Behebung dieser verhältnismäßig nicht 
bedeutenden Mängel in kürzester Frist zu erwarten.
	        

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