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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 1)

zu reisen, so ist er 
doch für sie eine 
geheimnisvolle, uner- 
schöpfliche Schatz- 
kammer von unerfüllten 
Träumen. Englische 
Szenen und englische 
Landschaft jedoch blei- 
ben dem englischen 
Maler wert, wie weit 
er auch gereist sein 
mag, und dies ist nur 
recht und billig, denn 
das ländliche Eng- 
land bietet malerische 
Züge und eine ruhige 
Naturanmut wie keine 
Gegend auf dem Fest- 
lande. Es ereignet sich 
so häufig, daß, wenn 
fremde Künstler ihre 
Eindrücke englischer 
Szenerie wiedergeben, 
diese Bilder dem Publi- 
kum wie eine Offen- 
barung erscheinen. Die 
Themse zwischen Lon-  _ __ V _ V _ f f 
don Bridge und West" Joseph Crawhall, Pferd im Stall: 
minster bietet dem 
Maler unendliches Material. Die englischen Maler ragen im allgemeinen 
nicht als Koloristen im vollen Sinne des Wortes hervor und deshalb mißglückt 
es ihnen häufig, die zahllosen Licht- und Lufteffekte wiederzugeben, welche 
ihre französischen Kollegen so rasch und genau notieren. 
Ich habe von vielen Seiten in England Klagen über die „HäßlichkeiW 
jenes Teiles des Themseufers gehört, der sich von Richmond nach Battersea 
erstreckt. Wer aber würde es wagen, die künstlerische Schönheit der alten Kew 
Brücke zu leugnen, wie Frank Brangwyn sie in seinem berühmten Bilde 
darstellt und dies nicht etwa durch das Spiel seiner Einbildungskraft, sondern 
durch die klare Vorführung von Tatsachen. So wie er uns den Glanz und 
Prunk des Orients zeigt, so gibt er uns auch einen Einblick in die ruhigere 
Schönheit der Heimat. 
Crawhall erreicht ein ähnliches Resultat auf seinem eigenen Gebiete und 
malt jene Szenen, welchen unser Auge auf einem Spaziergang im Lande 
begegnet, anheimelnde Vorfälle aus dem Alltagsleben ehrlicher Arbeit, und
	        

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