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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 4)

grunde zu malen, 
bis es Jean Toutin, 
einem Goldschmiede 
von Chäteaudun, 
hundertJahre später 
gelang, auf weißem 
Goldemailgrund mit 
Emailfarben wie mit 
Aquarellfarben zu 
malen. Einer seiner 
besten Nachahmer 
war Pierre Chartier, 
der hervorragendste 
aber Jean Petitöt, der 
in Genf 1607 ge- 
boren worden ist, 
der Sohn eines Bild- 
hauers und Archi- 
tekten, der lange 
Zeit in Italien stu- 
diert hatte. Petitöts 
Freund war Bordier 
und da sich Petitöt 
besonders für das 
Geheimnis der Er- 
zeugung von Email 
interessierte, ging er 
mit seinem Freunde 
nach Italien und 
studierte dort sowohl 
die Kunstschätze des Landes als auch bei den Goldschmieden und den 
hervorragendsten Chemisten die Emailbereitung. 
Er zog dann mit seinem Freunde nach England, wo er an den Leibarzt 
des Königs, Theodore Tourquet de Mayern, einen Genfer, empfohlen war. 
Dieser war der Autor eines Traktates über die Malerei und unterstützte die 
beiden Künstler Petitöt und Bordier in ihren Studien, empfahl Petitöt dem 
Könige, der Gefallen an dem Künstler fand, ihm eine Wohnung in Whitehall 
anweisen ließ und Van Dyck den Auftrag gab, Petitöt im Porträtmalen zu 
unterrichten. 
Die zahlreichen Kopien in Email nach Bildern Van Dycks sind die 
Frucht dieser Studien. Petitöt verläßt im Jahre 1645 England, geht nach 
Frankreich und wird von Anna von Österreich und Ludwig XIV. freundlich 
aufgenommen. Im Jahre 1650 folgt Bordier von England nach und die 
Freunde heiraten zwei Schwestern, Marguerite und Madeleine Cupier und 
Leopold II. von F. H. Füger 
(Frau Theresia Mayr) 
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