MAK

Objekt: Katalog der Internationalen photographischen Ausstellung im Oesterr. Museum für Kunst und Industrie 1881

Photographische Verfahren. 
I 
XJebersiclit 
der 
wichtigeren photographischen Verfahren. 
Um den Besuchern der photographischen Ausstellung, welche die 
mannigfachen Verfahren nur wenig oder nicht kennen, die Würdigung 
der interessanten Vorlagen zu erleichtern, wurde von competenter Seite 
der Wunsch ausgesprochen, dass der zweiten Auflage des Kataloges 
einige Mittheilungen über die Methoden, welche zur Herstellung der 
ausgestellten Leistungen dienen, beigegeben werden mögen. Der enge 
Kähmen, welcher für diese Mittheilungen gezogen ist, lässt eine detaillirte 
und erschöpfende Behandlung des Gegenstandes nicht zu, sondern ver 
pflichtet uns, dem Besucher deT photographischen Ausstellung durch eine 
gedrängte Skizze den Einblick zu erleichtern in die mannigfachen und 
sinnreichen Operationen, durch welche die zur Anschauung gebrachten 
Darstellungen erhalten wurden. Dem Eachmanne und dem wissbegierigen 
Laien werden die von mehreren Ausstellern für den Specialkatalog ein 
geschickten Mittheilungen weitere Aufschlüsse gewähren. 
In unseren Tagen kommen in der Kegel nur mehr selten photo 
graphische Bilder vor, welche, wie die D a guerr e o typ e *) und Ferro- 
type, unmittelbar in der Camera hergestellt sind, indem das Bediirfniss 
nach einer grösseren Zahl von Exemplaren einer Aufnahme nothwendig den 
Anstoss zum Aufgeben einer Methode geben- musste, durch welche man, 
abgesehen von anderen störenden Verhältnissen, eben nur Ein Exemplar 
jeder Aufnahme erzielte. Lediglich ausnahmsweise werden noch m unseren 
Tagen am Lande und meist durch wandernde Photographen solche Bilder 
auf dünnem, lacldrten Eisenblech hergestellt, welche in wenigen Minuten 
vollkommen ausgefertigt abgegeben werden können und je nachdem der 
') Der Daguerreotyp-Process besteht darin, dass eine blank polirte 
Silberplatte oder versilberte Kupferplatte den Dämpfen von Jod oder Jodbrom 
ausgesetzt wird, wodurch sie anlauft und sich mit einer dünnen Schicht von 
Jodsilber oder Jod-Bromsilber bedeckt. Die Platte ist nun lichtempfindlich und 
wird in der Camera obscura zur photographischen Aufnahme verwendet. Das 
Lichtbild tritt erst dann hervor, wenn die Platte den Dämpfen von schwach er 
wärmtem Quecksilber ausgesetzt wird. Der Jod- und Bromsilber-Ueberzug wird 
dann mittelst unterschwefeligsauren Natrons entfernt. Durch das sogenannte Ver 
golden (üebergiessen mit einer Goldsalz-Lösung) wird das Bild schöner gefärbt 
und haltbarer gemacht. Das Daguerre’sche Bild wird durch anhangende Queck 
silberkügelchen gebildet und deshalb sind derartige Bilder durch Reiben leicht 
verletzlich. (Siehe Ausstellung C 46, C 48.)
	        

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