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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 3)

so fort sind schon mehr „Impressionemä Auch treffliche Porträts hat Rosso 
gemacht. Von dem des holländischen Augenarztes Dr. Fles könnte man 
sagen, es sei so gut, daß man es in seiner Eigentümlichkeit kaum noch 
erkennbar reproduzieren könne; in den meisten Klischeeabdrücken kommt 
der dicke, sitzende Herr als reines Vexierbild heraus, als eine schlanke Dame 
in bauschender Toilette, die um eine Ecke schwenkt. Die Luftigkeiten der 
Rossoschen Kunst gehen zum Teil schon über das Klischierbare hinaus. 
Rossos Plastik ist eine Sache für sich. Eine Kunst für sich, die sich aus 
der so viel atmosphärischer gewordenen Luft von heute niedergeschlagen 
hat. Was er von ihrem Verhältnis zur vergangenen und zukünftigen Plastik 
hält, ist natürlich Täuschung einer naiv in sich selbst aufgehenden Künstler- 
natur. Sie wird nichts an der Tatsache ändern, daß die Plastik ihrem Wesen 
nach eine dreidimensionale Kunst von materieller Handgreiflichkeit und 
handgreiflicher Stofflichkeit ist. Aus der Natur des jeweiligen Stoffes ergibt 
sich ihr ja auch die Technik, ja zum Teil der Stil. Gerade die Stofflichkeit 
als solche kann anderen Plastikern (Klinger!) eine Fundgrube mächtiger, 
echt künstlerischer Wirkungen werden. Mit dem Stoff der Plastik war ihr 
Geist jahrtausendelang untrennbar verbunden und gerade die guten Geister 
der Plastik hüteten sich wohl, den Stoff zu vergewaltigen oder sich ihn 
abhanden kommen zu lassen. Der Stoff war auch immer wieder das Heil- 
mittel nach kränkelnden oder tollen Epochen. Daß mit ihm auch in der 
Richtung Rossos etwas Interessantes anzufangen ist, darf als eine Art 
fröhliches Phänomen gelten, auf das man nicht gefaßt war. Eine neue 
plastische - Rosso meint eher: malerische - Möglichkeit, die man sich 
_ gerne gefallen läßt. Sie beweist nur, daß der Impressionismus noch viel 
tiefer in den künstlerischen Naturgesetzen begründet ist, als die Maler selbst 
geglaubt haben. 
ALTTHÜRINGER PORZELLAN 50' VON ED- 
MUND WILHELM BRAUN-TROPPAU S0 
EIT über dreißig Jahren kennen und sammeln 
die Engländer das Thüringer Porzellan des 
XVIII. Jahrhunderts. Die übersichtlichste Zu- 
sammenstellung der künstlerischen Tätigkeit 
in den verschiedenen Fabriken und der von 
ihnen gebrauchten Marken enthält heute noch 
der Katalog der Franks-Kollektion von kon- 
tinentalem Porzellan im Londoner Bethnal Green 
Museum. Aber schon Chaffers war im Jahre x87: 
recht viel über Thüringer Porzellan bekannt, er 
bildete auch manchbedeutendes Stück ab. Bei uns 
interessierte man sich bisher relativ weniger dafür. Wohl sammelten die 
Museen seit längerer Zeit ein oder das andere Stück von auffallender Qualität, 

	        

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