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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 3)

man sie in Wallendorf) war wohl ein Hochzeits- 
geschenk; es trägt die Namen der Brautleute in Medail- 
lons, die mit Girlanden, Putten, einem Klapperstorch 
etc. geziert sind. Eine Deckeltasse mit Untertasse ist 
wieder in I-Iolzmaserimitation bemalt, die Tasse trägt 
das Porträt eines alten Herrn, die Untertasse die 
Ansicht von „Glücksthal", beide als Medaillons in 
Purpurfarbe. 
Eine zylindrische Empiredeckeltasse mit Unter- 
tasse vom Jahre 1811, bezeichnet „Gera", ist auf 
gelbem Fond mit schwarzem und goldenem Loggien- Klos!" vüsgfe, Scham 
dekor bemalt und hat die Inschrift „Dem Andenken laderasse. bemalt mit bunlen 
seiner gutenSchwiegermutter gewidmet von Sieber", -- chingfsgzl4vfgsizgfn) "o" 
ein Biedermeier ex voto zu Ehren der verstorbenen 
Kaffeeliebhaberin. In einer englischen Sammlung gibt es eine Kompotschale 
mit Untertasse. Auf letzterer ist ein Brief gemalt mit der Adresse: „Madame 
Kessler, nee Schwinge ä Freyburg"; die Compotiere trägt die Ansicht von 
Gera. Auch in Gera wieder das respektable Können der Maler, die sich an 
Alles trauten, die zum Beispiel auch zu einem Meißener Dejeuner mit feinen 
Watteau-Szenen unter Rosenlauben und mit Treillagen und Blumengirlanden 
(es waren vorhanden die Kannen und die Zuckerdose) das ovale Kabarett 
und die beiden Tassen formten und bemalten. Infolge der etwas grauen 
glasigen Glasur wirken die Farben härter, auch haben die Schäferpärchen 
etwas Meißener Grazie eingebüßt und Thüringer Fasson bekommen, aber 
immerhin ist die Ergänzung nicht zu verachten. 
Ein lustiges Seitenstück zu den Geraer Malereien ist eine übrigens 
ganz gute, aber ausgesprochen thüringische Venus auf einer Engelswolke, 
die beinahe an Hans Thomas Engelswolke erinnert. Man modellierte ferner 
wie in Limbach Jahres- 
zeitenfiguren und im 
__ Kunsthandel tauchte vor 
" Jahren ein aus der be- 
kannten Sammlung Par- 
part in Schloß Hüningen 
stammendes Liebespaar 
in rosenbewachsener 
Rocaillelaube auf, das auf 
einen ganz hervorragen- 
den Modelleur zurück- 
gehen muß. Die Geraer 
Fabriksakten sind leider 
für immer verloren, viel- 
Teekanne aus Kloster Veilsdorfer orzellan, bemalt mit bunten ' - - 
Blumengirlanden, Vögeln und Maschen (Kunstgewerbemuseum  wlrd es gehngelp 
Hamburg) muhsam aus den Archi- 
  
 
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