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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 3)

Chinoiserien von wirklicher Eigenart. I-Iohe Gestalten, 
meist eine oder zwei, stehen oder sitzen in der durch 
schlanke graugrüne Palmen überragten Landschaft, 
Tee trinkend, Waffen tragend etc. Auch hier wieder 
die blasse zarte Palette der Fabrik mit blassem 
Purpur, Gelb, Eisenrot und Grau. Das dekorativste 
Kloster Veilsdorfer Stück in der Ausstellung war 
eine ganz reizend bemalte Zuckerdose mit blauem 
goldgeränderten Schuppenrand, ferner mit eisenroten 
und zartfarbigen Muscheln, Schnecken und Blättern 
(A. Schöller, Berlin). 
Die Kloster Veilsdorfer Porzellanplastik ist bis 
jetzt nur in wenigen Stücken bekannt, doch lassen 
diese deutlich wieder den EinHuß des Prinzen, des 
Besitzers, erkennen. Die Fabrik war die mondainste 
unter ihren thüringischen Schwestern. 
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Teebiichse 
Veilsdorfer Porzellan, be- 
malt mit bunter Landschaft 
(Frau Dr. Spitzer, Dresden) 
von Kloster 
Der Prinz 
besaß und liebte wohl Sevresporzellane, er sandte öfters französische 
Kupferstiche hinaus und ließ darnach zum Beispiel Plats de menage model- 
lieren. Er schickte wohl auch einmal die bekannten Elements d'orfevrerie 
von Pierre Germain (Paris, 1748), denn ein in verschiedenen Ausformungen 
noch vorhandener Figurenleuchter ist nach einem von jacques Roöttiers 
gezeichneten Blatte dieses Werkes modelliert, eine Tatsache, die zuerst 
Brinckmann an der Hand des Leuchters im Hamburger Museum nachwies. 
Im Jahre 1779 schrieb der Prinz an den Intendanten Bayer (Stieda, Seite 19g), 
er solle, die „von tigurierten Leuchter mit die Satir ein baar bunt mit Gold 
 
Bemalter Wallendorfer Porzellanteller mit Blumen- 
monogramm unter Baldachin (Frau Ökonomierat 
Krieger in Arnstadt) 
gemahlt" schicken. Zu den Folgen 
von „Theateriiguren" gehört wohl 
der elegante, nach einem älteren 
Meißener Vorbilde modellierte 
Harlekin mit erhobenem Brief, 
und die schlanke nackte Venus mit 
der Taube der Ausstellung Findet 
ebenfalls ihre Erwähnung in den 
Fabriksakten. Zu derselben Folge 
von antiken Göttern gehört wohl 
. die gut modellierte Minerva des 
Eisenacher Museums. 
Die Wallendorfer Fabrik hat 
in ihrer Frühzeit gleichfalls Gutes 
geleistet. Der hier abgebildete 
Teller mit plastischem und gemal- 
tem Randdekor, in der Mitte mit 
dem Blumenmonogramm A M A 
unter Baldachin bekundet dies. 

	        

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