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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 5 und 6)

künstlerisch gearbeitet und kostbar 
mit Monstreperlen und Edelsteinen 
geschmückt; sie gehören dem XVI. 
Jahrhundert an. Ebenfalls hervor- 
ragend ist das Dinglingerfigürchen, 
das einen reich geschmückten Ne- 
ger darstellt, eine der ansprechend- 
sten Arbeiten des phantasiereichen 
Dresdener Künstlers. Ein äußerst 
seltenes Stück von vielem Reiz ist 
ein minutiöses Lederkofferchen mit 
silbernen Beschlägen, vermutlich 
Behälter für ein Brautgeschenk. Es 
ist schonwegen seiner rein gotischen 
Verzierungenins XV.Jahrhundert zu 
setzen. Wie dieses Kofferchen, so 51-) 
kommt auch eine reizende Bonbon- 4 
niere ausFrankreich, aus derZeitLud- 
wig XVI. In Blutjaspis geschnitten, 
weist Sie äußerst Zaftg Goldmontie- Sammlung v. Pannwitz, Herkules mit dem LöwernBronze, 
rung, ziseliert und geschnitten, auf. Imhemsclh XVL Jahrhundm 
Die kleine Anzahl der Bronzen enthält eine Reihe von Objekten aller- 
ersten Ranges. Die „Venus mit dem Krebs", aus dem XVII. Jahrhundert, 
ausgezeichnet durch wundervolle Patina, ist französische Arbeit. Aus Venedig 
stammen ein paar prächtige, scharf ziselierte Türklopfer; aus Padua (Riccio) 
ein Faun mit Eimer. 
Sehr lebendig spricht auch das Büstchen eines Kindes zu uns; 
von unvergleichlichem, höchstem Wert aber ist die Büste eines jungen 
Mädchens, welche kaum trefflicher beschrieben werden kann als mit den 
Worten des Prachtwerkes: „Den jugendlich schönen, edel geschnittenen 
Kopf, von reichem Haarschmuck in der Anordnung des beginnenden XVI. 
Jahrhunderts umrahmt und mit einem Mediceerhäubchen bedeckt, zeigt die 
Büste auch in der Draperie des breit bordierten Überwurfs die vornehme 
Auffassung der klassischen Epoche. Nicht minder tritt die meisterhafte 
Behandlung in der Betonung der trotz aller Gewandung voll zur Geltung 
kommenden Körperformen hervor." Diesem Meisterwerk schließen sich 
zwei kraftvolle und sehr bewegte Herkulestiguren: „Der jugendliche Herkules 
mit den Schlangen" und „Herkules, den Löwen bezwingend", gleichwertig 
an; beide gehören dem XVI. Jahrhundert an und sind von hervorragender 
Ziselierung und Patina. Man muß schon nach dem Bargello gehen, um diesen 
Kunstwerken Ebenbürtiges zu finden. 
Auch unter den gemütvollen deutschen Skulpturen der Sammlung 
befinden sich durchaus bemerkenswerte Stücke: der heilige Florian und der 
heilige Georg (schwäbischen Ursprungs, Mitte des XV. Jahrhunderts) sind 
 
 
v {laue  36121-4" 

	        

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