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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 5 und 6)

 
Baule Abbey, Pilgerspital (Fachwerk mit Ziegeldach) 
Einzelgliedern. Als wichtigste Ausdrucksform wird das große Landhaus in 
den Vordergrund gestellt; an ihm sind Vorzüge und Mängel des englischen 
I-Iausbaues am klarsten aufzuzeigen. 
Schon in der Situierung der Gebäude, in ihrer Stellung zur Land- 
schaft, zum Untergrund, zu den Himmelsrichtungen, liegt ein Schatz 
von Erfahrungen und gefestigten Anschauungen ausgedrückt, die den Vor- 
bereitungen zum Baue erhöhte Bedeutung verleihen. Wir lernen die unend- 
liehen Vorteile erkennen, die hier aus der Freiheit der Wahl dem praktischen 
wie dem ästhetischen Bedürfnis erwachsen. Wir sehen die Rücksichten auf 
Gesundheit und auf Lebensfreude, auf Behagen wie auf Heiterkeit des 
Gemütes nicht nur in der Gesamtanlage, der Konfiguration des Grundrisses, 
sondern in der Gestalt und Stellung jedes einzelnen Raumes bis zur Stellung 
der Möbel, dem Öffnen der Türen, der Form und Lage der Fensteröffnungen 
maßgebend wirken. 
In der Reihenfolge ihrer Bedeutung wird zuerst das Drawing-Room als 
schönster und meistbegünstigter Wohnraum eingehend behandelt und in 
seiner Sonderstellung beleuchtet. Dann folgt das Speisezimmer, das im 
älteren englischen Hause fast alle wichtigen Raumfunktionen vereinigte und 
nun immer mehr in seiner Bedeutung isoliert wird. Wir erfahren die Wichtig- 
keit der Halle als Verbindungsraum und als Schlüssel der ganzen Anlage; 
durch sie wird (gegenüber den stets niedrigen und dadurch so behaglichen 
Wohnräumen) dem Wunsch nach festlicher und großräumiger Höhenent- 
wicklung Rechnung getragen. Indem wir in der Abgeschlossenheit jedes 
Wohnraumes, in dem Mangel an Verbindungstüren jenen Hang zur Intimität 
wiederfinden, der im ganzen Hausbau ein Leitmotiv bildet, sehen wir im 
reizvollen ingle-nook (oder der Kaminecke) seine eigenartigste Form ent- 
stehen. Dann lernen wir das kleine Schmuckstück: den Porticus (porch)
	        

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