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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 7 und 8)

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nommen; das Aufblühen der 
Städte mit ihrer eigenen ge- 
sellschaftlichen Organisation, 
ihren Bedürfnissen und Äuße- 
rungen der Macht und Stärke 
kommt der neuen Kunstweise, 
der Gothik, in höchstem Maße 
zu statten. Schon unter den 
letzten Przemysliden dringen 
in Böhmen und Mähren die 
gotischen Konstruktionsprin- 
zipien ein, der Olmützer Dom 
wird im XIII. Jahrhundert um- 
gestaltet, aber schon vorher 
entstehen frühgotische Land- 
kirchen, wie in Welehrad, 
Bilkau, Kornitz, kreuzförmige 
Kirchen wie in Rossitz und 
Lautschitz, zahlreiche zwei- 
und dreischiftige Pfarr- und 
Klosterkirchen wie die Niklas- 
und Minoritenkirche in Brünn, 
die Iglauer Jakobskirche und 
Dominikanerkirche, die Zister- 
zienserkirche in Oslowan. Die 
segensreiche von lauterer Be- 
geisterung für die Kunst er- 
füllte Regierung der Luxem- 
burger in Böhmen, welche 
gleichzeitiginMährenherrsch- 
ten, übte auchhier nachhaltige 
Wirkung. Johann, Karl IV. 
und johann Heinrich waren 
voll Verständnis für die trei- 
benden wirtschaftlichen und 
sittlichen Mächte intensiver 
Kunstförderung und sparten 
nicht an Mitteln, sich tüchtiger 
Künstler dauernd zu versi- 
chern. Was sie, vor allem 
Karl IV., für Böhmen getan 
auf allen Gebieten persönlicher 
und staatlicher Fürsorge für den Aufschwung der Kultur, gehört zum Eigen- 
artigsten und Besten mittelalterlicher Regierungsweisheit. Karl IV. regierte 
Brünn, Rathau sportal
	        

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